RÜCKBLICK

MARIAS BEICHTE

DOCK 11 präsentiert vom

13.-17.1.1999

jeweils 20.30 Uhr die kleine Choreographie Marias Beichte,
die begehbaren Hörspiele
und am 16. und 17. 1.199 eine Tafelrunde

Im Mittelpunkt dieser Abende steht der Bühnenautor und Regisseur Matthias Wittekindt, der mit seinem Brüsselprojekt als erster DOCK 11 als Spielstätte mit dem Theaterstück Bebra für sich entdeckte. Als Vorankündigung zu der für März geplanten Première seines neuesten Stückes „Der Held der Frauen“ und als Rückschau auf seine Arbeiten der letzten Jahre zeigen wir die komische Choreographie „Marias Beichte“.

Unter diesem Titel wird hochwertiges Handwerk gezeigt: ein Verbrechen.

Zwei Frauen ermorden sorgfältig und mit liebenswürdiger Gleichgültigkeit einen Mann. Doch lange bevor er tot ist und verrät, ob er sie geliebt hat, bereiten sie die Beichte ihrer Tat vor.

Kann Maria wirklich so grausam sein. Oder hat der Mann keinen Sinn für das, worauf sie Lust hatte? Eine solche Frage wird man sich hier kaum stellen, denn es gelingt Wittekindt die Tat und die Trauer der Beiden, mit gelenker Kinderhand zu zeichnen, so daß der Mord an sich zur Nebensache wird. Genau wie der Mann, der unsagbar still bleibt. Desto größer wird aber die berückende Freude an einer präzis und gut
geschmierte Ausführung.

Nach dieser quasi religiösen Grenzüberschreitung wird das Publikum in einen speziell vorbereiteten Raum - ein begehbares Hörspiel - geführt. Ihm wird die Möglichkeit gegeben, die Welt des Autoren akustisch zu betreten und Ihr fein abgestimmtes Gefüge von Sätzen, Stimmen und Atmungen hautnah zu entdecken.

Am 16. und 17.1. lädt DOCK 11 zu zwei Tafelrunden ein, um zu zeigen, in welchem Kontext Wittekindts Arbeiten zum übrigen Programm des ersten Halbjahres stehen. Anwesend sind auch die Regisseure, Choreographen und Darsteller der nächsten Produktionen (siehe Vorschau rechts auf der Pressemitteilung). Beim gemeinsamen Essen und Trinken, beim Fabulieren über Gott und die Welt werden sich so manche Wahlverwandchaften ergeben oder auch nicht.