T A N Z
Wandern 3-6
SPECIAL EVENTS der Cie Felix Ruckert


Felix Ruckert hinterfragt die Wahrnehmung von Live-Performance, indem er dem Zuschauer eine aktive Rolle in der Vorstellung gibt. Er konfrontiert ihn zugleich mit intensiven Eindrücken und Gefühlen. Diese Herangehensweise inspirierte radikale, experimentelle und kontrover-
se Konzepte, die interaktive Stücke, Installationen und Werke mit rein choreographischen Fragestellungen um-fassen. Felix Ruckert spielt mit den üblichen Regeln von Tanzvorstellungen. Er spricht die Zuschauer als einzelne Individuen an und plaziert sie in anderen Zusammenhängen als frontal und sitzend. Gesellschaftliche Rituale und Codes werden ausgeliehen und für den Bühnenraum neu interpretiert: Das Bordell in „Hautnah“, der Kreis-Tanz in „Ring“, die Galerie in „Stillen“, der Nacht-Club in „Deluxe Joy Pilot“, das SM-Ritual in „Secret Service“. Starke Konzepte, durchdachte Spielregeln und eine elegante Ästhetik schaffen den Rahmen für Stücke, die großes künstlerisches und menschliches Engagement der beteiligtenTänzer und Musiker - die Musik wird im Allge-meinen für jedes Stück speziell komponiert und auch live aufgeführt - verlangen, und einen sicheren Kokon für die Reaktionen der Zuschauer bieten.
Seine Stücke sind experimentelle Anthropologie:
Sie erforschen menschliches Verhalten. Felix Ruckert gebraucht Tanz und ein tiefes Verständnis von Bewegung, um Themen wie Intimität, Phantasien, Kommunikation und soziales Verhalten zu durchleuchten.
Seit ihrer Gründung 1995 hat sich die Compagnie ein weltweit gespieltes Repertoire erarbeitet und ist mit 60 bis 80 Vorstellungen pro Jahr eines der aktivsten Tanzensembles Berlins.
Die Reihe „Wandern 1-6“ ist ein Versuch, die übliche Struktur von „Projekt – Proben – Premiere“ zu durchbrechen. Der gesamte Prozess, Training, Recherche und Aufführung sind öffentlich. Kurze Formen werden in minimaler Zeit entwickelt und präsentiert. Sowohl erprobte Formate als auch neue Ideen dienen als gleichberechtigtes Ausgangsmaterial. Verschiedene Gastkünstler (Isabelle Schad, Gabriele Wittmann, Ulrike Haage) und die Tänzer der Compagnie werde eigene Konzepte beisteuern.
Wandern versteht sich als Manifest der langsamen Fortbewegung, des gelassenen Schweifens, welches den Blick auf das Detail lenkt und plötzliche Richtungsänderungen erlaubt.

Felix Ruckert studierte Tanz u.a. an der Folkwang Hoschschule Essen und tanzte u.a. bei Wanda Golonka, Cie Charles Cre-Ange, Pina Bausch.

Tanz / Choreographie / Konzepte: Laura Frigato, Caroline Picard, Catherine Jodoin, Matthieu Burner, Felix Ruckert, Gabriel Staelen
Gastkünstler: Isabelle Schad, Gabriele Wittmann, Ulrike Haage, Christian Meyer Mal
gefördert vom Senat für Wissenschaft, Forschung und Kultur, Berlin


WANDERN 3
6. Juli 2002, Samstag
7. Juli 2002, Sonntag

F R A U E N 1-2-3
Choreographie, Musik und Licht: Catherine Jodoin
Tänzer: Matthieu Burner, Felix Ruckert, Gabriel Staelen
Eine kurze Arbeitsskizze, ausgehend vom Nachdenken über Geschlechtsunterschiede.
Catherine Jodoin choreographiert je ein Solo für drei Männer wobei sie mit Improvisationsthemen arbeitet, die für sie mit „Weiblichkeit“ in
Beziehung stehen: das Prinzip Zyklus, wechselnde Rhythmen, Beharrungsvermögen. Sie schafft
jedem der Tänzer eine ihm eigene „weibliche“ Welt, indem sie die Geschwindigkeit gewöhnlicher Reaktionen modifiziert , typische “männliche“ Gewohnheiten und Verhaltensweisen ausklammert und bestimmte Qualitäten von Bewegung bevorzugt.

C A S Q U E S
Konzeption: Matthieu Burner
Musik: Treichler
Tänzer: Catherine Jodoin, Felix Ruckert, Gabriel Staelen und Gäste(!)
Alle Tänzer tragen einen Minidiscplayer mit Kopfhörer, über den sie Aufgaben erhalten. Diese Aufgaben sind zuvor konzipiert und aufgenommen worden, die Tänzer wissen nicht was auf sie zukommt. In einer zweiten Runde kann das Stück von einer anderen Gruppe von Tänzern oder Zuschauern nocheinmal aufgeführt werden.

WANDERN 4
20. Juli 2002, Samstag
21. Juli 2002, Sonntag

GENDER OBSERVATION -
GESCHLECHTERBETRACHTUNG

Im Rahmen der Reihe ‘Wandern’ zeigt
die Compagnie Felix Ruckert

GENDER OBSERVATION
GESCHLECHTERBETRACHTUNG

eine Choreografie von Felix Ruckert.

Drei Männer und drei Frauen treffen in unterschied-
lichen Situationen aufeinander und variieren dabei den Gegensatz nackt - bekleidet.
Das Durchspielen aller möglichen Variationen einer Konstellation lenkt die Wahrnehmung auf die
unterschiedliche Körpersprache der Geschlechter
und beleuchtet gleichzeitig das eigene Verhältnis zum weiblichen bzw. männlichen Körper.

Mit: Catherine Jodoin, Ina Stockem, Caroline Picard, Matthieu Burner, Gabriel Staelen, Felix Ruckert
Musik: Christian Meyer Mal
Licht: Kindred Gottlieb

WANDERN 5
27. Juli 2002, Samstag
28. Juli 2002, Sonntag

WANDERN 6
12. Juli 2002, Donnerstag
13. Juli 2002, Freitag
14. Juli 2002, Samstag
15. Juli 2002, Sonntag
jeweils 20.30 Uhr

- Felix Ruckert studierte Tanz u.a. an der Folkwang Hoschschule Essen und tanzte u.a. bei Wanda Golonka, Cie Charles Cre-Ange, Pina Bausch.