M U S I K

WANDERERTRILOGIE

NINO SANDOW -
EINE GEOGRAPHIE DES VERSCHWINDENS

Teil 1: Winterreise a capella
am 19.4.2001, Wanderer Nino Sandow

Teil 2: Rimbaud - die afrikanische
Reise oder Feinherz der Finsternis

am 20.4.2001, Wanderer Nino Sandow

Teil 3: Boehlendorff
am 21.4.2001, Wanderer Jörn J. Burmester, Henrik V.
Pedersen, Nino Sandow

am 22.4.2001: Herr Clark holt Herrn
Sandow vom Bahnhof ab

Wanderer Jeremy Clark (Gitarre), Nino Sandow
(Gesang/Harmonium)

jeweils 20.30 Uhr

 

Teil 1: Im Schnee und weg vom Leiermann der
namenlose Wanderer der "Winterreise". Er friert, aber
singt und ist trotzig, lebensmutig.


Teil 2: Jung noch, und zwei Jahrzehnte doch noch bis zum Tod - Artur Rimbaud wandert in Geschäften durch Afrika, oft den Weg der Kaffeekarawanen zwischen Aden und Harar. Und keine Lyrik mehr.

Teil 3: Casimir Ullrich Boehlendorff, freier Mann, bekannt mit Hölderlin, durchquert, verschollen auf Wanderschaft, 20 Jahre lang das Baltikum.
Angekommen erschießt er sich an der Mündung eines
Flusses. Dazwischen immer wieder Lyrik.

Am 22.4.2001: Ein infernalischer Abschlußtanz durch
die Himmel und Höllen
aller Wanderungen.

Wenn einer wandert, wandert das Verschwinden mit. Berichte von Zeugen können Schritte und Wege, Orte und Aufenthalte nicht ersetzen. Sie sind meist Unterstellungen von Seelenzuständen, nicht nachprüfbar. Der Sesshafte weiß vom Wanderer nichts.
Doch die Notwendigkeit von Fragen bleibt. Welche Fragen stellen wir an den Rändern und Löchern, wo sich
die Spuren verlaufen? Wir beugen uns hinab und
schmeißen einen Stein. Die Welt ist übervoll. Es drängt
sich. Hin zum Rand.
Drei Wanderer, drei Reisen, Fragen: nach den Routen,
nach dem Verschwinden, nach Abwesenheit und der
Notwendigkeit von Abwesenheit. Drei Monate lang war
der Wanderer aus der "Winterreise" je einen Abend lang
allein unterwegs im Dock 11. Am Ende der Reise ist es
April geworden, Frühling und ein Wochenende für die
Begegnung mit Freunden, die "Wanderertrilogie". Rast
und Picknick im Dock 11. An der Kreuzung: ein Fest.
"Es soll ein Feuer brennen. Und es wird lustig sein."
Nino Sandow

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