TA N Z / M U S I K
Under the Radar ein Tanzstück von Jess Curtis/Gravity
W I E D E R A U F N A H M E : 28. Mai 2008
W E I T E R E V O R S T E L L U N G E N : 29.-31. sowie 1. Juni 2008, jeweils 20.30 Uhr
Wer entscheidet, was schön, normal, eine Behinderung und Virtuosität ist? Können unsere Einschränkungen, unsere Behinderungen virtuos werden? Wann werden bestimmte Fähigkeiten und Schönheitsideale zur Last? Was ist schöner - unsere Zerbrechlichkeit oder unsere Kraft?
Der Choreograph Jess Curtis bearbeitet diese Fragen gemeinsam mit einem internationalen Ensemble von Performern mit und ohne Behinderungen. Under the Radar vereint Zeitgenössischen Tanz, Partnerakrobatik, Kontakt Improvisation, Luftakrobatik und Physical Theatre, um nach den speziellen Fähigkeiten und körperlichen Einschränkungen jedes einzelnen Performers zu forschen. Dabei wird das Publikum eingeladen, die eigenen Vermutungen nachzuprüfen und mit Witz und Humor zu untersuchen, was es bedeutet, normal zu sein.
In einer beliebigen Vorstadt schleppt sich eine seltsame Gruppe von Figuren aus der Kälte in das winzige Kabarett namens Fundbüro. Von der Bühne fegt die Normalität über die Gruppe hinweg und zum Fenster hinaus, während die Stammgäste der schäbigen Bar Gefahr laufen sich gegenseitig zu offenbaren. Eine Lounge-Band eröffnet und schließt die Show und vermischt Originalmusik mit allem Möglichen von Händels Messias bis hin zu elektronischer Musik, um auch hier das Thema der ästhetischen Vielfalt hervorzuheben. Curtis und seine Performer greifen auf die Traditionen von Zirkus, Kabarett und sogar Gesellschaftstanz zurück, um eine verzauberte Welt der Schönheit und Emotion zu schaffen, welche die Erfahrung der Vielfalt jedem einzelnen Zuschauer nahe bringt.# Konzept und Regie: Jess Curtis
# Musikalische Leitung: Matthias Herrmann
# Musik: Matthias Herrmann, Jami Quarrell, Georg Friedrich Händel, Giovanni Battista Pergolesi
# Bühnen- und Kostümbild: Emily Briand
# Produktion: ehrliche arbeit - freies Kulturbüro
# Lichtdesign und technische Leitung: Rainer Grönhagen
# Grafik: Björn Andresen
# Foto: Sven Hagolani# Jess Curtis, Regisseur, Choreograph und Performer, arbeitet seit fast 20 Jahren auf dem Gebiet Tanz/Performance mit dem Schwerpunkt Interdisziplinarität und genreübergreifendes Denken. Mit den Performance-Companys CONTRABAND (USA, 1985-94), CORE (USA, 1994-98), CAHIN-CAHA, Cirque Batard (Frankreich/USA, 1998-2002) war er an zahlreichen, erfolgreichen Produktionen beteiligt, die sich v.a. durch enorme körperliche Präsenz und Athletik sowie große Emotionalität auszeichneten. Im Jahr 2000 gründete er GRAVITY PHYSICAL ENTERTAINMENT, einen losen Zusammenschluss internationaler Künstler verschiedener Genres, mit dem er die abendfüllenden Stücke No Place Like Home (2000), fallen (2001) und Touched: Symptoms of Being Human (2005) erarbeitet hat. Er war im Jahr 2000 und 2005 Stipendiat am Yerba Buena Center for the Arts und erhielt 2001 und 2005 eines der renommierten California-Dancemakers-Forschungsstipendien. Im August 2002 gewann er mit fallen den 1. Preis beim Edinburgh Fringe Festival und 2003 den Isadora Duncan Dance Award für die beste Company-Performance.