
TA N Z
RE: "U",
"W", "O"
von Tomi Paasonen
16.-19. Oktober 2003
jeweils 20.30 Uhr
Konzept / Regie / Choreographie
/ Kostüme: Tomi Paasonen
Video / Kamera: Yuko Matsuyama
Bühne / Licht: Carle Lange
Ton: Markus Schulte
In RE: (Repetition
and DifferencE) experimentiert Tomi Paasonen mit dem Konzept
des Wiederholens, dem zeitweiligen Ereignis von identischen Momenten.
Was wir im Alltag als Wiederholung verstehen, ist nicht korrekt,
da sich die Welt ständig verändert. Jeder Moment ist
anders, da er in einem einzigartigen Verhältnis zum Ganzen
steht. Nur die Welt als Ganzes könnte sich wiederholen.
Wie funktioniert dies im Körper und in der Wahrnehmung?
"U" (you):
Wie kann man werden was man ist? Was für ein werden ist
es, wo der Endpunkt derselbe ist wie der Anfang und doch anders
ist? Die Wiederholung und die Erinnerung ist die selbe Bewegung,
nur in entgegengesetzte Richtung, denn was man erinnert, ist
gewesen und wird rückwärts wiederholt, wobei die Wiederholung
vorwärts erinnert wird.
"W" (double
you) Da ein anderer Mensch formativen Einfluss auf die Entwicklung
des Ichs hat, ist die Beziehung zu sich selbst und zu Anderen
vernetzt.Damit ich zu mir selbst eine Beziehung haben kann, muss
ich zuerst von mir getrennt werden. Diese Trennung kann nur stattfinden
innerhalb einer Beziehung zu jemand anders, als das Selbst sich
als jemand anders als der andere sieht.Und doch hören wir
nie auf, uns Selbst in anderen zu suchen.
"O"
(lOOp) Wir fliehen fast ständig vor uns selbst, sogar die
unzähligen Projekte der Selbstrealisierung sind nichts als
Flucht. Das Ich ist ein fernes Ziel geworden. Die schleife dreht
sich länger. Eine eskalationsaccelerando.
Tomi Paasonen,
*1970, Helsinki. Solistenverträge mit dem Hamburg Ballett,
Lines Ballet in San Francisco und Joffrey Ballet in Chicago.
Eigene Stücke in Hamburg, San Francisco und Chicago. 1997
hörte er auf zu tanzen und gründete in San Francisco
eine Spartenübergreifende Kunstproduktionsfabrik, KUNST-STOFF,
für die er 15 Werke innerhalb 3,5 Jahre kreierte. Seit dem
Jahr 2001 ist er zurück in Europa und arbeitet freiberuflich.
In Helsinki wurde das Tanzstück mit professionellen und
behinderten Tänzern "OloTila" - "ZuStand"
mit dem Preis "Theaterereignis des Jahres 2000" ausgezeichnet.
Im Jahr 2002 hatte er Premiere in den Sophiensaelen Berlin mit
seiner neuen Truppe PAA (das b-leben/b-side of life) während
er im Zusammenarbeit mit Aufbruch und Gefangenen im JVA Tegel
eine Produktion, IKARUS ABFLUG TEGEL. vollbrachte. Eine fünfteilige
Fotoserie mit eine 70-jährige schwerbehinderte Frau Tuuli
Helkky Helle stellte er letzten Herbst aus, sowie die Inszenierung
der zeitgenössischen Oper "Der Untergang des Hauses
Usher" der sich auf die Kurzgeschichte von E.A. Poe und
eine halbfertige Partitur von Claude Debussy basiert. Dazwischen
setzt er auch die Arbeit mit KUNST-STOFF in San Francisco fort.
Diesen Herbst macht er weiter mit PAA (das b-leben/b-side of
life). "W" (double you) wurde bereits im Frühling
2002 gemacht und "O" (lOOp) bei dem D!STURBANCES Symposium
für nordische Künstler in Kopenhagen. Diese beiden
verknüpften Ideen erarbeitet er jetzt weiter zu einem Abend
wo 4 Teile ineinander fließen werden. RE: (Repetition and
differencE), "U", (uou), "W", (double you)
und "O" (lOOp).
RE: "U", "W", "O"