T A N Z
Tokyo Tools
multiple choice and glorious routine

D E U T S C H L A N D- T O U R:
28. und 29. Mai 2006
jeweils um 20.30 Uhr
in der Schaubühne am Lehniner Platz

Weitere Tourdaten:
Teo-Otto-Theater Remscheid 16.5. (europäische Uraufführung)
Kampnagel Hamburg 18., 19., 20.5.
Theater im Pfalzbau Ludwigshafen 23.5.

tokyo-tools
multiple choices and glorious routine Felix Ruckert (Berlin)/Star Dancers Ballet (Tokyo) von Zwei Tanz-Extreme treffen aufeinander: Der kontroverse deutsche Choreograf Felix Ruckert und das klassische japanische „Star Dancers Ballet”. Das Goethe-Institut Tokyo hat beide Seiten für eine ungewöhnliche Zusammenarbeit zusammengebracht: Ruckert hat mit dem Ensemble sein choreografisches Tools-System erprobt und so die reglementierten Bewegungsstrukturen eines japanischen, hochprofessionellen Ballettensembles gebrochen und eine neue, unabhängige Bewegungssprache entwickelt.

# eine Produktion des Goethe-Instituts Tokyo im Rahmen von Deutschland-in-Japan 2005/06
# gefördert durch die Kulturstiftung des Bundes und in Zusammenarbeit mit dem Forum Goethe-Institut, dem Teo-Otto Theater Remscheid, dem Theater im Pfalzbau Ludwigshafen, dem Kampnagel Hamburg und dem DOCK 11 Berlin
# mit freundlicher Unterstützung der Lufthansa.
# Kontakt: Maja Polk, Telefon 089 159 21 887, E-mail polk@goethe.dematerial

P R E S S E
Funktionale Aesthetik zeitgenoessischen Tanzes in voller Entfaltung
von Roku Hasegawa

Felix Ruckert, Choreograph von tokyo tools, das vom Star Dancers Ballet getanzt wurde, formulierte bei der Pressekonferenz zur Premiere zu seiner Choreographie etwa folgendes: Er versuche den Taenzern nicht beizubringen, bestimmte Armbewegungen nachzumachen, sondern wie man mit seinen Armen ueberhaupt umgehen kann. Sie sollen etwas ueber das Bewegungs potential des Armes an sich erfahren. Wenn man mit seinen Arm bewusst umgehe, werde man ferner der Beziehung des Armes zum darum liegenden Raumes bewusst. Es gaebe dann nun verschiedene Bewegungsmoeglichkeiten des Armes im Raum und der Taenzer muss selbstaendig je nach Situation die eine oder andere davon auswaehlen.Waehrend seiner Arbeit mit der Kompanie kurz vor der Premiere liess er sich kurz bei der Pressekonferenz sehen und was er dabei ueber seine choreographische Methode aussprach, gab zu verstehen dass es dabei um Prinzipien des Tanzes schlechthin geht und es kam mir in den Sinn, dass eben diese Basisarbeit auch bei Taenzern von erstem Rang in Japan oft zu kurz kommt.tokyo-tools ist das beste Tanzstueck, das ich bisher in diesem Jahr gesehen habe. In jeder Hinsicht zeigt das Stueck funktionale Aesthetik des Tanzes in voller Entfaltung, wobei der Choregraph gegen die Einsamkeit zu kaempfen schien, die er dabei empfand.Als der Vorhang aufging, waren alle optischen Faktoren wie die Bewegung der Tänzer, der Raum, die Kostüme und sogar die Musik in einheitlicher Monotonie gehalten, so dass es keinen Raum für Gedankenzerstreuung gab. Die Tänzer standen, setzten sich, legten sich hin, alles scheinbar simple Bewegungen beim ersten Blick. Hier wird von den Tänzern erwartet, dass sie inspiriert von den anderen Bilder hervorbringen, und das der andere diese wahrnimmnt, was bedeutet. dass er dafür auch sensibilisiert ist.Auf der Bühne lassen sich diejenigen, die dazu in der Lage sind, von denjenigen deutlich unterscheiden, die nicht so fähig sind. Es lässt sich davon ableiten, ob man das Bewusstsein dafür besitzt oder auch sich Gedanken darüber gemacht hat. Es muss zunächst die Beziehung von Einzelperson zur der Gesamtheit kenntlich gemacht werden, denn es handelt sich bei diesem Stück eben um die Aufzeichnung von Beziehungen.Die Szene ging bald über in die feine blaue Töne, die Bewegungen der Tänzer entspannen sich mal, verschärften sich mal, aber sie lehnen sich nie aneinander und ihre tänzerische Entschlossenheit ist beim Verlassen der Bühne deutlich zu sehen.Ohne irgendeine symbolische Szene öffnet dieses facettenreiche Stück dem Publikum einen neuen Horizont zeitgenössischen Tanzes.tokyo-tools macht uns bewusst, dass es sich hier eben um Tokyo handelt, und worin der Sinn liegt, eben aus dieser Stadt dieses Sück herauszubringen. Grosser Applaus und Hochachtung vor dem Star Dancers Ballet, das sich die Weltpremiere dieses anspruchvollen Stückes mutig vorgenommen hat.

Dance Cube (Chacotte Web Magazine)
am 13.07.2005
“Der Grüne Tisch” und ein neues Stück von Ruckert getanzt vom Star Dancers Ballet
von Koichi Sekiguchi

Star Dancers Ballet lud aus Deutschland Choregraph Felix Ruckert und sein technisches Team ein und hatte Premiere von “Tokyo-Tools” sowie die Wiederaufführung des bekannten “Grünen Tisch” von Kurt Joos.Choregraph von tokyo-tools, Felix Ruckert war zunächst als Musiker aktiv und fing erst in 1982 mit Tanz an. Nachdem er einige Zeitlang bei der Tanzkompanie von Pina Bausch getanzt hatte, wurde er freier Choregraph. Seine choreographische Methode heisst “Tools”, bei denen die Tänzer nach den vom Choreograph festgelegten Regeln eigene Bewegungen zu improvisieren haben. Hier gilt die Hypothese, dass durch die Anwendung dieser Methode tänzerische Kreativität, spontane Bewegung und durch physische Funktionen spezifische Rythmen hervorgerufen werden und ein ganz starkes Stück daraus enstehen kann. Ausser Choreograph waren auch Licht und Musik sowie das Kostüm von einem deutschen Team besetzt und es wurde von dem Star Dancers Ballet getanzt.15 Tänzer präsentierten eigene Bewegungen und liessen in schneller Folge die Szenen entstehen. Das Publikum verfolgt die glatt fliessenden Bewegungslinien, die die Tänzer ständig sich einander annährend und entfernend, spielerisch und aufmerksam zeigen. Die Musik bestand aus verschiedenen abstrakten Tönen und die Bühne war in der Grundfarbe Weiss gehalten. Musikalisch ging es meines Erachtens etwas zerstreut zu, aber die Tänzer behaupteten sich sehr aktiv und es war in der Tat tänzerisch ein erfrischendes Stück. Mir kam dabei der Gedanke, dass New York -tools oder London-Tools bestimmt ganz anders aussehen würde als Tokyo-tools.