RÜCKBLICK T H E A T E R
Das Schweigen der Rollen
Solo für tausend Schauspieler Cyran / Pusch
21.-24. + 26./27. Januar 1999 im DOCK 11 jeweils 20.30 Uhr
Dauer: 60 min. ohne Pause
Schauspieler: Ulrich Cyran
Regie, Bühne: Jan Pusch
Texte: Ulrich Cyran, Jan Pusch, William Shakespeare
Licht: Carsten Sander
Ton: Hans-Peter Kurz
Produktion: Ulrich CyranKoprod.: Kampnagel Kulturfabrik Hamburg,
gefördert durch die Kulturbehörde der Freien und Hansestadt Hamburg.Das Stück ist die Heldengeschichte eines Schauspielers, der die Rolle des Schauspielers spielt, der versucht die Rolle des Schauspielers loszuwerden. - Kann man überhaupt aus der Rolle fallen?
Wie ein Fährtenleser durchstreift er seine eigene Lebensgeschichte, sucht nach Spuren von wirklich authentischem Verhalten. Er ist der passionierte Mineraliensammler, der vom findigen Fälscher selbst zum Opfer der Vorspiegelung falscher Tatsachen wird. Er ist der, der die Fragen stellt und er ist der Verhörte. Auf der Suche nach einem Kern ist er immer in Bewegung: täuscht an, weicht aus, hakt nach, enthüllt Autobiographisches, seziert, improvisiert.
Aber auch die scheinbar unverfälschten Momente entpuppen sich als Spiegelungen, Vergrößerungen, Kopien und Imitationen von Rollen. Selbst persönlichste Erinnerungen und spontane Handlungen scheinen nur Finten und Schablonen des allgegenwärtigen Alltagsschauspielers zu sein.
Bleibt die Frage, ob er überhaupt das Recht hat, sich allein oder vor Publikum als Ich auszugeben.Ulrich Cyran, geb. 1956 in Westfalen. Lebt in Hamburg und studierte von 1980-1983 an der Hochschule für Musik und Darstellende Kunst Hamburg. Engagements und Gastverträge an deutschen Stadttheatern (Neuss, Krefeld, Schauspielhaus Hamburg) als auch Projektarbeiten u.a. am Mouson Tum (Frankfurt) und der Kampnagelfabrik (Hamburg). Zusammenarbeit u.a. mit Regisseuren wie Augusto Fernandes, Michael Bogdanov, Max Eipp, Gabriella Bußacker, Britta Linde und Jan Pusch (u.a. in den Produktionen Scope second hand memories und Until the cows some home).
Jan Pusch, geb. 1966 in Leipzig. Nach musikalischer Ausbildung in Klavier und Violoncello und Tanzausbildung an der Hochschule für Musik und Darstellende Kunst, Frankfurt/Main und der Heinz Bosl-Stiftung, München (Bühnenreife-Diplom 1989) folgend Engagements als Tänzer u.a. beim Bonner Ballett und bei John Neumeiers Hamburg Ballett. Seit 1994 freier Choreograph, Regisseur und Komponist.
Choreographie/Regie u.a.: True Volume / True Program, Kampnagel Hamburg, 1994; Baader Remix 1995 (R.: Grebert) am Theater am Halleschen Ufer, Berlin; Scope second hand memories, Kampnagel Hamburg 1996; Until the cows come home, Kampnage Hamburg, 1997; Please help yourself, Int. Tanzfestival Kassel, 1998
Kompositionen / Musik für: diverse Stücke.!Nähere Informationen faxen und Fotos senden wir ihnen gerne zu.!