Rückblick

HERO FROM ZERO
von MOLTeNI (Zürich)

Deutschlandpremiere: 28. Mai 1999
weitere Termine: 29.-30.Mai 1999
3.-5. Juni 1999
jew. 20.30 Uhr

Hero from Zero Ein Tanzsolo mit Special Guests. - Ein Held für 60 Minuten in drei Abschnitten zu 20 Minuten: auftauchen, existieren, vergehen. - Ein Bewegungssolo zur vollen Stunde - während einer vollen Stunde. Aus dem Nichts zur Präsenz - und zurück ins Nichts.
Als tragende Figur muß sich der Tänzer auf der Bühne- dem Präsentierteller - als Hero from Zero behaupten. Er ist unumgänglich Mittelpunkt des Geschehens, Hauptattraktion während der Zeit, die er vertanzt. Diese muß und will er ausfüllen. Es ist die Zeit seiner Chance.
Die anderen Einzelpersonen sind zwei Special-Guests: Sie sind die Helden aus dem Nichts, verschwinden ins Nichts. Ohne Vorgeschichte, ohne Nachwehen.
Die Elemente Zeit und Ort werden selbst zum Thema der Performance gemacht. Durch die genaue Stunde sind dem Tänzer klare Schranken gesetzt. Es ist ein Stücke, das nur pünktlich beginnen kann und nach 60 verstrichenen Minuten sein Ende findet. Die Zeit von 0 bis 0, ist die Zeit, die der Minutenzeiger braucht, um eine Drehung um 360 Grad zu vollbringen, wird zum Raum, in welchem sich der Hero zu bewegen hat. - Die Faktoren von Zeit und Ort sind omnipräsent. - Richtige Zeit, richtiger Ort?

Philipp Egli:Ich choreographiere für ein Bewegungsorchester, das von Musik genauso inspiriert wird wie von Literatur und anderen Künsten. So ist der Ton nicht zwingendes Ausgangsmoment meines Tanzes. - Mich fasziniert die Herausforderung, den Körper zum Singen zu verführen: Der Körper als Tongemälde im Raum. In jeder Choreographie suche ich neu nach der Partitur der Bewegung und inszeniere das Instrument Körper, um ihm ein Gesicht zu geben. Durch die Summe der Bewegungen erscheint die Seele des tanzenden Körpers. - Dynamischer Tanz, sensibler Tanz, poetischer Tanz, spielerischer Tanz, naiver Tanz - mit intellektuellem Standbein im Hintergrund. - Tanz als Standbein fällt, Tanz bis zum Umfallen aus Freude und Lust.
1990-91 Cie. Philippe Saire (Lausanne); Tänzer
1992-94 ROSAS (Brüssel); Choreographischer Artist und Tänze
seit 1995 MOLTeNI, (Zürich); Künstlerischer Leiter und Choreograph
1997 Opernhaus Zürich, „Aida“; Chroegraph - „Brahms Ein Ballett“; Gastsolist
1998 „Oberon“; Gastsolist

Pressestimmen
Am Mittag Morgen Abend, 1995: “Tanz wird Bewegungslust pur - die Tanzenden wirbeln durch die Luft, drehen sich um die eigene Achse und rennen der Musik fast davon. Ein witziger, magischer Tanz, in dem sich das bewegte Bild mit der wirklichen Bewegung trifft.“ (Tagesanzeiger)

Die Passion der anderen, 1996: “Philipp Egli gilt als Shooting-Star der freien Tanzszene. (NZZ)
“Philipp Eglis anspruchsvolles Wagnis, den Tanz mit anderen Kunstformen aufzubrechen, gehört wohl zum Interessantesten, was die junge Schweizer Szene derzeit versucht.“ (Berner Zeitung)

Alle lieben mich, 1997: „Die Dynamik und damit die Spannung des ungewöhnlichen Stücks bleibt bis zum Schluß ungebrochen. Mit höchster Perfektion auf einem Niveau, das seinesgleichen suchen muß, ist in Aarau Ungewöhnliches geboten worden. (Aargauer Zeitung)
„MOLTeNI beweist, daß die feine, komplexe Mechanik der Lügen und Wahrheiten auch tanzbar ist. Ohne plakativ oder vage zu werden wie die Idole selbst. Das Stück verblüfft.“ (Tagesanzeiger)