T A N Z
Lieben aber wem?
ein musikalischer Streifzug durch die Niederungen urbaner Verlorenheitsbefindlichkeiten und neosexueller Rebellion von Langkau/Nullmeyer/Schyns
Als ich am Morgen aus unruhigen Träumen erwachte, fand ich mich in meinem Bett zu einer Amöbe verwandelt. Ich bin ein Einzeller, weder Pflanze noch Tier, ohne feste Körperform, aber jederzeit bereit, mich meiner Umgebung anzupassen. Durch Ausstülpung kleiner Scheinfüßchen bewege ich mich fort, und so ernähre ich mich auch. Mein Zellkern sitzt im Kopf, was ich auch gut finde. Amöben pflanzen sich aber nicht sexuell fort, sondern einfach durch Zellteilung. Das finde ich nicht so gut. K. Schyns Ich versuche, dem Leben mehr abzugewinnen als lustvolle Kapitalakkumulation, kontrollierte Fortpflanzung und gelungene Orgasmen und möchte das Individuum, also mich, vor den Gattungstendenzen in einen Raum der Singularität retten. S.H. Nullmeyer
# Inszenierung: Thomas Langkau# Performance: Katrin Schyns / Sven Holly Nullmeyer
# Musik: Sven Holly Nullmeyer
# Konzept/Produktion: Langkau/Nullmeyer/Schyns# Katrin Schyns, Tänzerin, Sängerin, Schauspielerin. Studium HdK Berlin / Musical / Show. Spielte u.a. am Nationaltheater Mannheim, Staatstheater Darmstadt, Theaterhaus Frankfurt, Volksbühne Berlin. Spielte 2005 ihr Solo Zitate aus einer Welt mit Häkelkakteen und geprobten Verbandswechseln im DOCK 11.
# Sven Holly Nullmeyer ist als Übersetzer, Journalist, Videokünstler/-dokumentarist und Musiker tätig. Er vertonte Walter Bickmanns choreographischer Installation Die Stiefel des J.R.. Seine Band The Jerry Cornelius Quartett befindet sich derzeit auf Durchreise durch das hiesige Raum/Zeit-Kontinuum.
# Thomas Langkau, Regisseur, Choreograph und Tänzer, leitete bis 1996 das Tanztheater Gießen; arbeitete an Theatern in Köln, Krefeld, Münster, Berlin, Frankfurt, Kassel. Zeigte 2005 FINALE im DOCK 11.