T A N Z

kinemorph
ein Tanzstück von Hans-Werner Klohe

P R E M I E R E :2. November 2006
W E I T E R E V O R S T E L L U N G E N :
3.-4. November 2006,
jeweils 20.30 Uhr

"Kinemorph: In der Kinesik geht es darum, menschliche Gesten und Gebärden als Bedeutungseinheiten zu (de-) kodieren. Auch sie sind als erlernbare, kulturspezifische Verhaltenssysteme zu verstehen (denken wir etwa an verschiedene Begrüßungsformen, an Signale für Zustimmung und Ablehnung oder an die unterschiedlichen Abstände zwischen Gesprächspartnern). Die kleinste isolierbare und bedeutungsunterscheidende Bewegungseinheit wird als 'Kinem' bezeichnet - analog zum verbalsemiotischen Begriff des 'Phonems' oder 'Morphems'. Von Ray Birdswhistell übernimmt Umberto Eco schließlich den Begriff 'Kinemorph' für die Kombination zweier oder mehrere 'Kineme' zu einer Bedeutungseinheit." Johan Strutz: Einführung in die Kultursemiotik, 3.5.06

In der langfristig angelegten Tanz-Reihe "kinemorph" untersucht und kombiniert Hans-Werner-Klohe kleinste Bewegungseinheiten.Der erste Teil dieser Reihe mit dem Titel, "kinemorph studies" wurde beim Aufenthalts als Stipendiat der Akademie Schloss Solitude in Stuttgart entwickelt und im Rahmen des Solitude Parcours 2006 präsentiert. In der Auseinandersetzung mit der Architektur und verschiedenen Orten von Schloss Solitude entstanden spezifische Bewegungs- und KlangskizzenBei der Bühnenfassung "kinemorph" entwickelt Hans-Werner Klohe diese Skizzen weiter und fügt sie zusammen. Als "Kineme" beobachtet er Körperhaltungen, Gesten und Bewegungsmuster. So untersucht er einerseits die individuelle Körpersprache, andererseits folgt er den Spuren, die wir im Raum hinterlassen, in den Raum hineinschreiben. Wurde im ersten Teil die innere Körperarchitektur in Beziehung zu Struktur und Material des Ortes gesetzt, so liegt jetzt der Fokus auf der Kommunikation zwischen den drei Tänzern. Erinnerungen und Begegnungen fließen ineinander. Es geht dabei um das Ausloten der emotionalen Zwischenbereiche. Aus dem Geflecht von Begegnungen bildet sich eine Art innere Landschaft.

¦ Choreographie, Tanz: Sumi Jang, Veronica Cendoya, Hans-Werner Klohe
¦ Musik: Francesco Filidei (Solitude), Roger Eno, Marilyn Manson, Gadjo Dilo, u.a.
¦ Lichtdesign: Benjamin Schälike
¦ gefördert vom Kulturamt Pankow
unterstützt vom DOCK 11.

¦ Hans-Werner Klohe studierte Tanz und Choreographie an der Heinz-Bosl-Stiftung in München. Als Tänzer hat er u. a. mit Introdans (Niederlande), Adventures in Motion Pictures/AMP (London, New York), Joachim Schlömer und Sasha Waltz gearbeitet. Er erhielt Stipendien in Wien (danceWEB), Zürich (SiWiC) und Stuttgart (Akademie Schloss Solitude). Hans-Werner Klohe produziert seine Stücke in Berlin, u.a. Comme un caméléon sur le lit blanc (2002), gehthörtspricht (2003), RISSE (2003), narziss.04 (2004), L.O.V.E. - Ein Spiel von Liebe und Zufall (2004), HUGO WOLF PROJEKT (2005). Aktuell: brinnen - Tanz + Lyrik/ Ein Dialog, Budapest (Sept. 2006), carpet - Ein Stück mit Kindern, Toronto (Okt. 2006). www.hans-werner-klohe.de