PAA (Public Artistic Affairs) präsentiertINTER FACE von Tomi Paasonen
Vorstellungen im Dock11
12.-15. und 19.-22. Juli 2007 um 20:30"INTER FACE" ist eine Choreographie, deren Bewegungen aus Gesten bestehen, die um Aufmerksamkeit buhlen. Die Welt wird zu einem Kaleidoskop der Selbstbehauptung und Selbstrepräsentation, in der die Bewohner lautlos rufen und lauthals zappeln, um wahrgenommen zu werden. Es ist eine Welt der ewigen Erreichbarkeit, in der jeder für sich an seiner eigenen virtuellen Wunschidentität bastelt, um zu gefallen, zu reizen und zu provozieren. Das Stück zelebriert und hinterfragt eine Kunst des unverbindlichen und unwirklichen
virtuellen Selbstausdrucks, eine Kunst, die zum Teil zur Sozialpornographie mutiert ist: Myspace, youtube, qualitysingles, gayromeo, friendster, pornotube, msn, skype, ichat, oder IM, das sind die Wahrzeichen der demokratischen Kultur geworden, eine Weltsuppe die in einem kollektiven weißen Rauschen versinkt. Wir greifen diesen Lärm auf und führen ihn zurück an seinen Ursprung: Auf die Bühne und in die Köpfe und Körper der Performer und.
# von Tomi Paasonen (Regie, Choreographie, Projektionen, Kostüme)
# Bühne und Licht: Max Wikström
# Musik: Mike Koloska
# Tanz: Stephane Hisler, Yui Kawaguchi, Brit RodemundBiographien:
Tomi Paasonen wurde 1970 in Helsinki geboren. Nach dem Studienabschluss in Helsinki und Hamburg tanzte er als Solist am Hamburg Ballett, Lines Ballet in San Francisco und Joffrey Ballet in Chicago. Bereits als Tänzer choreographierte er zahlreiche eigene Tanzstücke in Hamburg, San Francisco und Chicago.1998 war er Mitbegründer der spartenübergreifenden Kunstproduktionsfabrik KUNST-STOFF in San Francisco, indem er verschiedene Kunstformen, Performance- und Tanztechniken synthetisierte und Brücken zwischen Vertretern verschiedener Kunst- und Bühnenrichtungen baute.
Nach der Kreation von 15 Werken innerhalb von dreieinhalb Jahren kehrte er im Jahr 2000 zurück nach Europa und arbeitete freiberuflich als Regisseur, Choreograph, Videokünstler und Tanzlehrer. Seine multimediale Tanzproduktionen, Operninszenierungen und Photoausstellungen befassten sich mit der Spannung zwischen dokumentarischen Ebenen und künstlerischer Formalismus durch die Arbeit mit Laien und Minderheiten wie Behinderte, Gefängnisinsassen, Wissenschaftlern und Transsexuellen.
2002 debütierte er in Berlin mit PAA (Public Artistic Affairs). Seitdem hat er eigene themenspezifische choreographische und strukturelle Improvisationsmethoden entwickelt und sich weiter mit der kreativen dramaturgischen Beziehung zwischen Live-Video und Darsteller beschäftigt sowie mit der Integration von live komponierter elektronische Musik. Es fasziniert ihn, Systeme zu kreieren, in denen alle Komponenten auf einander reagieren, kommunizieren und in denen ein Element das andere anregt. Zurzeit befasst er sich damit, seine Bühnenkunst und Medienpraxis weiter in Richtung interaktive Konstellationen zu entwickeln.
Tomi Paasonen ist u.a. mit dem Goldie Award in San Francisco, Theater Ereignis des Jahres 2000 in Finnland, Pro Dance Preis in Helsinki gekrönt worden und kriegte 2 Mal den Nationalen Künstler Stipendium in Finnland. Für den Isadora Duncan Award für das Stück des Jahres in San Francisco wurde er im Jahr 2002 nominiert.
PAA (Public Artistic Affairs), ist das künstlerische Sprachrohr Tomi Paasonens mit Hauptsitz in Berlin. PAA experimentiert mit Choreographie, Körperkunst, theatralischen und neuen technologischen Elementen und kreiert Stücke für die Bühne, Ausstellungen und Kurzfilme, die eine vielschichtige Auseinandersetzung mit dem jeweiligen Thema zum Ausdruck bringen. Die Zusammenarbeit zwischen professionellen Tänzern und Künstlern aus verschiedenen Bereichen, Wissenschaftlern und Laiendarstellern mit sozialen wirklichkeitsbezogenen Hintergründen sind Voraussetzungen für Arbeit, die surreales Leben mit hyperrealem Tanztheater verbindet.
PAA ist keine feste Gruppe sondern formiert und richtet sich immer neu den thematischen Bedürfnissen nach. Jedes Stück sucht nach individueller Authensität durch Devise-Methoden in der jeder einzelner Mitwirkender aufgefordert wird mitverantwortlich eigene Erfahrungen, Ideen und Elemente ins Stück mitzubringen, die die Bühne zum Spielraum macht, in dem verschiedene Sichtpunkte zum Dialog finden. Auch bekennen wir uns zum einen multimedialen Tanztheater des weitergeführten Prozesses, dass innerhalb einen Rahmen des strukturellen Formalismus, stets wach weiterentwickelt wird, um bei jeder Vorstellung lebendig suchend frisch zu bleiben.