TA N Z
WHERE
Ein Tanzstück von Marco Antonio Queiroz

Premiere: 21. April 2005
weitere Vorstellungen:
22.-24. April 2004
jeweils 20.30 Uhr

Salman Rushdies antwortet auf die Interviewfrage „Glauben Sie an die multikulturelle Gesellschaft?“ lapidar: „Wo ist die Alternative? Wollen wir denn alle in kleinen Schachteln leben?“ Das 20. Jahrhundert war das „Saeculum der Flüchtlinge.“ Offiziell spricht die UNO von 22 Millionen Flüchtlingen weltweit. Europa greift auf das Modell des „Tellerrands“ zurück. Hier Okzident – dort Orient, hier Christentum - dort Islam, hier Erbsen – dort Möhren. Man lebt in einer „Salat Bowl Society“, wo alles schön frisch von einander getrennt sein soll. Kulturelle Identität wird durch „Ius Sanguinis„ (Blutverwandtschaft) biologisch festgelegt, nicht durch „Ius Soli“ (Territorialprinzip), das konkrete Zusammenleben in der lokalen Gemeinschaft eines Landes. Welche Regeln bestimmen die Ordnung in unserem multikulturellen Großstadtleben? Welche Prinzipien regieren dieses Zusammensein? Wer regelt das für uns? Welche Folgen gibt es nach diesen Prinzipien? Welche Spannungen entstehen dadurch? Wo entstehen die Triebkräfte für Grenzbildung, für Aufnahme und Ausschluss von Gruppenmitgliedern und Außenstehenden? Diese und viele anderen Fragen werden in diesem „melting-pot--Projekt“ (zynisch gemeint) untersucht?.

Choreographie: Marco Antonio Queiroz
Tanz: n.n.
Bühnenbild: York Landgraf
Musik: Daniel Dorsch
produziert im und unterstützt vom DOCK 11.

Marco Antonio Queiroz, Brasilien, lebt seit 1994 in Deutschland. Er tanzte bei Aarad Wantke (Dresden), Irina Pauls (Leipzig u. Oldenburg), Felix Ruckert, Alex B., Arthur Kuggeleyn. Er war festes Ensemblemitglied des Choreographischen Theaters Johann Kresnik an der Volksbühne am Rosa-Luxemburgplatz. Seine eigenen Stücke, „Schmutzige Wände“ und „looking-glass-selves“ zeigte er im 3. Stock der Volksbühne sowie „from//to“ und „Still (a) Life“ im DOCK 11.