TANZ
2109 - unsere frühen jahreeine Performance von MUVINGSTUDIES / Ingo Reulecke und Lukas Matthaei
PREMIERE:
6. März 2009
WEITERE VORSTELLUNGEN:
7., 8., 13., 14., 15. März 2009Eine Gruppe von Tänzern, Künstlern und Theoretikern macht sich in hundert Jahren, also 2109 auf den Weg, um die Vergangenheit zu erkunden - das Jahr 2009.
Sie wollen verstehen, wie Tanz und Performance damals aussahen und welche Rolle der Körper in unterschiedlichen Kontexten vom Privaten zum Politischen gespielt hat. Wie immer bei einer historischen Rückschau geht vieles verloren, schärft sich aber auch das Auge für Wesentliches und fügt sich manches in besonders schlüssiger Weise zusammen. muvingstudies macht sich den distanzierten Blick zunutze, den die fiktive Ausgangssituation herbeiführt, um über das Gegenwärtige wie über das Zukünftige nachzudenken.
Die Zuschauer bewegen sich als fiktive Zeitreisende durch die Kulissen der Stadt und treffen in unterschiedlichsten Räumen auf die Tänzer/Performer.
Während die TänzerInnen, deren professionelle Hintergründe vom Ballett der Staatsoper bis zu Forschungen an den vordersten Linien neuer Tanzformen reichen, ihre Körper als Sonden in unsere heutigen Settings einbringen, werden die Zuschauer Bild- & Audiomaterial sehen/hören, das u.a. auf "historischen" Interviews basiert, die im Jahr 2009 mit Spezialisten verschiedenster Bereiche aufgenommen worden sind.Die Vorstellung findet jeden Abend an einem anderen Ort statt. Die Reise dorthin ist Bestandteil der Performance.
Informationen & Anmeldung ausschließlich über 2109@tanzbaustelle.de oder per SMS an 0174-1826933. Tickets (12,- / erm. 8,- )
# von und mit: Jörg Lukas Matthaei, Matthieu Burner, Katharina Meves, Ingo Reulecke, Davide Sportelli, Bettina Thiel
# Konzept & Regie: MUVINGSTUDIES (Jörg Lukas Matthaei/Ingo Reulecke)
# Livemusik: Schneider TM
# Video: Isabel Robson
# Guides: Johnny Chambilla & Torsten Holzapfel
# Dramaturgische Mitarbeit: Wiebke Hensle
# Choreografische Mitarbeit: Katja Münker
# Mitarbeit Locationscouting & Ausstattung: Anke Gänz, Dimana Lateva, Dorothea Ronneburg, Janna Schaar, Caroline Schwarz, Theresa Winkler
# Training: Jan Burkhardt
# Technische Leitung: Eckhard Baugatz/Klangbild Veranstaltungstechnik
# Foto & Grafik: Hanna Lippmann
# Produktionsleitung: Gabi Beier
# Eine muvingstudies-Produktion in Zusammenarbeit mit DOCK 11
# Förderer: Hauptstadtkulturfonds
muvingstudies - Ingo Reulecke und Lukas Matthaei - begannen ihre Zusammenarbeit vor 8 Jahren. Seitdem entwickeln sie regelmäßig gemeinsame Projekte: FREUDS LETZTER TRAUM (VEKKS/sophiensaele 2000), LOCKERUNGSSTUFE 4: Frank Schmökel (staatsbankberlin 2001), WINTERREISEN I & II / berlin-schubert-stalingrad / that shit was fake, this shit is real (HAU 2003/04) und UNSERE TAGE WIE SCHATTEN (Forum Freies Theater Düsseldorf 2007). Ihre Zusammenarbeit basiert auf der Erkennstnis, daß die Formen von Reflexion und tänzerisch-choreographischer Tiefe, die sie in eine gemeinsame Arbeit hineintragen, eine außerordentliche Kombination und Erweiterung der Möglichkeiten des einzelnen bieten. Sie sehen in ihrer Zusammenarbeit die Chance der offenen Synthese zwischen einer hochentwickelten Tanzsprache und körperlichen Sensibilität - einer gleichermaßen bewußten wie intuitiven Art, Denken im Fluß des Tanzes zu realisieren, Figuren des Körpers im Raum ebenso als choreographische wie geistige zu verstehen - und einer theatralen Art der Reflexion, welche sich gleichermaßen der Geschichte ihrer Mittel bewußt ist wie neue Ansätze performativer Erzählungen sucht, die über bekannte Gattungs- und Kunstgrenzen hinausstreben.
Ingo Reulecke studierte nach seiner zeitgenössischen Tanzausbildung Choreografie an der Hochschule für Schauspielkunst "Ernst Busch" Berlin. 1994 und 1997 erhielt er Stipendien vom Berliner Kultursenat und 1998/99 vom DAAD für Studienaufenthalte in New York City. 1999-2004 arbeitet er als "Choreographer in Residence" in der Tanzfabrik Berlin, 2001 als Artist in Residence in Fylkingen (Stockholm) und 2002 als Artist in Residence am Choreografischen Zentrum Essen. Es folgen Professuren und Unterrichtstätigkeiten für die Hochschule für Schauspielkunst "Ernst Busch" Berlin, für die Palucca Schule Dresden sowie im In- und Ausland, u.a. tanzhaus nrw, Choreografisches Zentrum NRW (Pact) Zollverein, Tanzzentrum Stockholm.
Er wurde mehrfach für seine Choreografien ausgezeichnet und zu zahlreichen Festivals im In- und Ausland eingeladen, u.a. 1997 mit "EKLIPSE" zur deutschen Plattform in München und zum internationalen Choreografie-Wettbewerb Bagnolet,
1998 mit "Sheik Yerbouti" zum internationalen Tanzfestival NRW und 2000 mit "Gesellschaft 1" zum internationalen Beckett-Festival und zum Stardust-Festival Stockholm. Kollaboration mit Helena Franzén für "Make it a double". 2001 Auftragschoreografie "Drone" für das Festival "Meeting Neuer Tanz NRW". 2003 Einladung der Tanzfabrik Berlin zum 25-jährigen Jubiläum für die Auftragsarbeit
"28 minutes sculptures". 2004 Kollaboration mit Lukas Matthaei zu "Winterreisen" und eine choreografische Installation mit Katarina Eriksson in Stockholm ( Moderna Dansteatern ) für 16 Performer. 2005 in Zusammenarbeit mit der Dramaturgin Annett Hardegen für Hau3, Berlin, "distanz 1:02". 2006 erhält"diminuendo 2" den 1. Preis im VorOrt Festival in Münster. 2007 "unsere tage wie schatten", Produktion für das FFT Düsseldorf in Zusammenarbeit mit Lukas Matthaei.
Seit 2006 Leitung der Abteilung Tanz an der Hochschule für Schauspielkunst "Ernst Busch" und Wahl in das Direktorium des "Hochschulübergreifenden Zentrums Tanz" in Berlins.
Seine choreografische und tänzerische Arbeit ist geprägt durch seine langjährige Improvisationsarbeit mit namhaften Tänzern, Choreografen und Musikern.Jörg Lukas Matthaei - INSZENIERUNGEN / INSTALLATIONEN / DISKURSPRODUKTIONEN
Oberbegriff der Arbeiten von Jörg Lukas Matthaei ist die "Inszenierung", die mise en scène als geformte Sichtbarmachung von Realitäten mit theatralen Mitteln. Als Ausgangspunkt dient dabei die jeweilige Spezifität eines Stoffes - eines Textes, Ortes, eines sozialen Gefüges oder einer Theorie - , dessen Eigenheiten die Form der Arbeit bestimmen.
Die Projekte werden mit Schauspielern, Tänzern, Sängern wie auch mit Darstellern realisiert, sie finden in Bühnensituationen genauso wie in theatralen Installationen oder im öffentlichen Raum statt und beziehen das Publikum / die Besucher teils rezeptiv, teils partizipatorisch mit ein.
Förderungen durch die Kulturstiftung des Bundes, die Bundeszentrale für politische Bildung, den Hauptstadtkulturfonds, die Länder Berlin & Nordrhein-Westfalen u.a.
www.matthaei-und-konsorten.deBettina Thiel etablierte sich unter wechselnden Direktionen als Erste Solistin an der Staatsoper Berlin Unter den Linden. Sie wurde unter anderem in der von Roland Petit eigens für sie geschaffenen Rolle der "Anita Berber" gefeiert und gastierte auf vielen großen Bühnen der Welt. Seit 2001 steht sie in einer kontinuierlichen Zusammenarbeit mit Christoph Winkler. Hieraus entstandt unter anderen "Das letzte Duett" mit Ingo Reulecke.
Matthieu Burner geboren 1977, Cello-Ausbildung, Tanzstudium am "Centre National de Danse Contemporaine d'Angers". Als Tänzer und Musiker für Phillipe Saire (CH), Tänzer für Dominique Dupuy (F), Felix Ruckert (D) seit 2000 als Tänzer/Video-Künstler mit Arthur Kuggeleyn (CH), Musiker, Dramaturg, Produktionsleiter für Catherine Jodoin (CA), Tänzer für Eun Me Ahn Cie (KR) und Tino Segahl (D). Außerdem Choreograph, Performer und Sound-Designer im "Amaraoui Burner Project" (F/D)
Davide Sportelli absolvierte seine Tanzausbildung in Rom und Venedig u.a. bei Cristina Menconi, Sacha Ramos, Carolyn Carlson, Malou Airaudo, Raffaella Giordano, Nigel Charnock, Bill T. Jones, Inaki Azpillaga, Frey Faust, Ivan Wolfe, Susanne Linke.
Neben der Kreation eigener Arbeiten tanzte er u.a. bei Sasha Waltz, Giorgio Rossi, Rebecca Murgi, Rozenn Corbell, Roberto Cocconi, Antonio Montanile, Veronika Riz, Michael D'Auzon, Ingo Reulecke, Annapaola Bacalov, Giorgio Barberio Corsetti.Schneider FM, Dirk Dresselhaus (a.k.a. Schneider) ist seit den späten 80er Jahren in verschiedenen musikalischen Bereichen aktiv. Zusammen mit Michael Beckett gründet er 1997 das Label MirrorWorldMusic. Komposition und Produktion von Filmmusik, Hörspielen und Theatermusik. Unter Schneider TM (City Slang, Mute, Earsugar) erschienen u.a. einige experimentelle Elektro-Freakpop Alben und Indie-Hits wie Reality Check'. Schneider FM ist ein Solo-Akustik Projekt, Songwriting verbindet sich mit ungewöhlichen akustischen Klangmöglichkeiten.