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PREMIERE shrink & Rückwärts  
02. bis 04.08.2012 zwei Tanzstücke von und mit Lena Meierkord und Renate Graziadei
 
TANZ 20.30 Uhr im DOCK 11  
  beteiligte Künstler: Lena Meierkord, Renate Graziadei  

shrink & Rückwärts

shrink & Rückwärts

Ticketpreise für beide Stücke: 12.- Euro / erm. 8.- Euro

 

shrink -  ein Tanzstück von und mit Lena Soon-hee Meierkord
 

„shrink“ beschäftigt sich mit der Frage, wie man Bewegungsmuster „dekonstruieren“ kann, um so neue Freiräume zu erschließen. Bewegungen besitzen eine zielgerichtete Gestalt. Sie verlaufen von einem Initiationspunkt zu einem Zielpunkt. Was für Möglichkeiten eröffnen sich, wenn man diesen Verlauf stört oder ablenkt? Im Augenblick des Vollzugs einer Bewegung, tritt ein anderer Körperteil in den Vordergrund der Aufmerksamkeit, ist neuer Initiationspunkt, der die bereits begonnene Bewegung durch das Anheben einer anderen Bewegung ablenkt. Das Potential der Unterbrechung liegt infolgedessen bereits in der Bewegung selbst. Die Entscheidung, jene gerade skizzierte Dekonstruktion von Bewegungsmustern mit Flamenco zu kombinieren, hat einen konzeptuellen Grund: Flamenco erscheint zunächst als das absolute Gegenteil, denn er beschreibt eine musikalische Form, die von ihren Rhythmusmustern bis zu den Pathosformeln völlig durchformalisiert ist und in ihren Stücken stets geschlossene Einheiten bildet. Entstanden aber ist Flamenco durch dasselbe Prinzip.
„shrink“ arbeitet mit zwei Extremen von „Bewegungsdekonstruktion“:
Einmal im Rohzustand, das andere Mal als formalisiertes Endprodukt einer musikalischen Technik der rhythmischen Selbstunterbrechung.

 

Konzept / Tanz: Lena Meierkord
Musik / Sound: Ralf Krause
Licht: Lutz Deppe
Foto: Andreas Rupprecht
 

Gefördert durch den Senat/Kulturelle Angelegenheiten/Einstiegsförderung und mit freundlicher Unterstützung der Tanzfabrik Berlin realisiert.

 

Lena Soon-hee Meierkord, geboren in Korea, studierte Tanz in Brüssel/P.A.R.T.S. Sie arbeitete u.a. mit Jo Fabian, LOD/Karine Ponties und Laurence Malstaf, Cie Toula Limnaois, LaborGras, Hyoung-min Kim, Laurie Young, Tamer Yigit, Irina Pauls. Dieses Jahr erhielt sie die Einstiegsförderung der Berliner Senatsverwaltung/Kulturelle Angelegenheiten für das Projekt „shrink“. Verschiedene Künstlerresidenzen führten sie nach Beijing, Zürich, St. Etienne, Potsdam und Ahrenshoop. „(making of) District“, eine Kollaboration mit der Choreographin Hyoung-min Kim wurde bei den Tanztagen Berlin, Dock11 Berlin, XtraFrei Festival Bremen, SIDance (Seoul International Dance Festival), IETM Berlin präsentiert.

 

 

 

Rückwärts - ein Tanzstück von und mit Renate Graziadei



„Rückwärts“, ist eine Produktion von Sasha Waltz & Guests und LaborGras entstanden im Rahmen des Förderprogramms „Choreographen der Zukunft“, das von der BASF SE als Hauptsponsor gefördert wurde. Präsentiert 2009 von Sasha Waltz & Guests im Rahmen des Festivals „Tanz im August – Internationales Tanzfest Berlin“. Sasha Waltz & Guests wird gefördert aus Mitteln des Hauptstadtkulturfonds.

Ihre aktuelle Choreographie „Rückwärts“ ist eine tänzerische Auseinandersetzung mit Gewohnheiten und Erinnerungen, die uns lieb sind, und solchen, die wir lieber verändern oder vergessen möchten: „Mit dem Solo ‚Rückwärts‘ hinterfrage ich gezielt Erinnerungen der letzten zehn Jahre meiner künstlerischen Laufbahn. Ich begebe mich erneut in Situationen, die meinen Bewegungsstil und mein Körpergedächtnis geprägt und klare Spuren in der Ästhetik meiner Bewegungssprache hinterlassen haben, Spuren jeglicher Art. Ich interpretiere alte Bewegungsgewohnheiten und starke physische Erlebnisse in neuem Licht und werde Bewegungen, Dynamiken und Strukturen untersuchen um Situationen zu kreieren, die mich in fragile für den Zuschauer mit zu erlebende physische Zustände bringen“, so Renate Graziadei.

Konzept / Choreografie / Tanz: Renate Graziadei
Musik: Ralf Krause
Dramaturgie: Arthur Stäldi
Licht: Lutz Deppe
Kostüm: Margaretha Heller
LaborGras Managment: Inge Zysk
LaborGras Pubic-Reöation: Yven Augustin
Foto: Sebastian Bolesch



Renate Graziadei ist keine Unbekannte mehr. Mit dem Kollektiv LaborGras war sie an zahlreichen Tanzproduktionen beteiligt. 1997 wurde sie von ‚ballettanz‘ zur Nachwuchstänzerin des Jahres gewählt. Für ihr Solo „Story – No Story“ erhielt sie den Kurt-Joos-Förderpreis 2004. Außerdem ist Renate Graziadei als Trainerin u.a. für Sasha Waltz & Guests, die Folkwang Hochschule und PARTS in Brüssel tätig. Die Uraufführung fand am 28. & 29. August 2009 im Rahmen des renommierten Tanzfestivals Tanz im August in Berlin statt.

 


Presse-Clips:

Einfach, komplex und in der Tradition

Sasha Waltz & Guests zeigen drei “Choreographen der Zukunft” im Pfalzbau Ludwigshafen...”Im Pfalzbau kamen jetzt drei Arbeiten zur Aufführung. Renata Graziadeis „Rückwärts“ gab den Auftakt. Die Tänzerin und Choreografin liegt ausgestreckt im Lichtkegel auf der Bühne und beginnt in der Stille des Raumes ihre Bewegung. Sie hebt die Hand, dreht den Kopf, den Oberkörper, kommt mit Leichtigkeit in die Hocke und liegt wieder am Boden. Wieder ein Arm, aus der Hüfte ein Bein und plötzlich Gitarrenklänge. Aus dem hinteren Bühnendunkel gibt Licht den Blick auf die Silhouette der Gitarre frei. Zwischen der Tänzerin und den Tönen entsteht ein Dialog, bis die Gitarre wieder verstummt. Aus dem Lichtkegel befreit, tanzt Graziadei nun im vollen Licht. Sie behält ihre klaren einfachen Bewegungen bei, beschleunigt die Abläufe und bleibt zuweilen in einer Geste hängen wie eine Puppe. Die Gitarre ist in den Händen eines Spielers, der im Hintergrund sitzt. Er spielt in den Tanz hinein wie eine akustische Antwort auf die Bewegung. Beide Künste – Musik und Tanz – schöpfen ihren Ausdruck aus einer dritten
Qualität: Der Stille.”...
(Mannheim 26.1.2010, Nora Abdel Rahman)
 

Rückwärts, im Dialog oder parallel

Renate Graziadei/Berlin: „Rückwärts“ (Uraufführung) Mucksmäuschenstill und hochkonzentriert verfolgten die Zuschauer und Zuhörer den ebenso hochkonzentrierten Körper-Dialog von Renate Graziadei und Flamencogitarrist Ralf Krause in Lichträumen von Lutz Deppe. Im enganliegenden grünen Hosen-Kleid liegt die Protagonistin anfangs rücklings im Lichtkegel. Zögernd streben Becken, Arme, Finger, Mittelkörper spiralförmig aufwärts. Sehr langsam, jede Bewegung ertastend, malt Renata Graziadei Bewegungsmuster, diverse Momentaufnahmen, winzige Veränderungen der Richtung, am Boden, hockend, liegend, stehend. Kurzzeitig überlässt sie sich dem Bewegungsfluss, stoppt, zögert, beschleunigt, lauscht in die Stille des eigenes Körpers oder erobert eruptiv den Raum und treibt Bewegungen in die Wiederholung. Dieses Sezieren über mehrere Phasen ist nie monoton, sondern fasziniert durch die androgyne Persönlichkeit Renata Graziadeis, die jede Nuance ihres Körpers und besonders ihrer beredten Arme der eigenen wie der Beobachtung durch die Augen der Zuschauer aussetzt. „Rückwärts“ - ein getanztes ‚Nocturne‘ auf den körperlichen Nachhall bekannter Bewegungsmuster. Rituale der Vertrautheit und der Fremdheit. Rituale der Vertrautheit, die in der Routine erstarren, fremd werden, Angst machen können. Die bekannte österreichische Tänzerin und Choreografin gründete 1994 in Berlin gemeinsam mit Arthur Städli das Kollektiv LaborGras. Die stark akklamierte Uraufführung von „Rückwärts“ ist eine Produktion von Sasha Waltz & Guests und LaborGras im Rahmen von „Choreographen der Zukunft“.
(Berlin 29.8.2009, Karin Schmidt-Feister)
 

Das Kollektiv LaborGras wurde im Sommer 1994 von den Tänzern/Choreografen Renate Graziadei (A) und Arthur Stäldi (CH) in Hamburg gegründet und hat im Herbst 2000 seinen Hauptsitz nach Berlin verlegt. Seit der Gründung des Kollektivs arbeiten die beiden im Sinne eines Laboratoriums mit Vertretern des Tanzes sowie solchen aus anderen Bereichen der Kunst an Experimentierfeldern im Tanz. Das Interesse von LaborGras liegt darin, Tanz als eigenständige Kunstform und Sprache zu untersuchen, um die jeweils aktuelle Situation im zeitgenössischen Tanz immer neu zu hinterfragen und weiterzuentwickeln. Neben der künstlerischen Arbeit betreibt LaborGras seit Herbst 2002 in Berlin-Kreuzberg ein eigenes Studio. Das Studio ist ein Ort für zeitgenössischen Tanz, der sich am Gedanken der postmodernen Bewegungsforschung orientiert. Die Studiobühne ist das Zuhause des Kollektivs und wird als Research-, Produktions- und Performancezentrum genutzt. Die Arbeit von LaborGras ist national und international anerkannt. In der jährlichen Kritikerumfrage der Zeitschrift ‚ballettanz‘ erhielt LaborGras für die Produktion „temporary stories“ die Auszeichnung „Innovative Tanzproduktion 2000“. Im Frühjahr 2001 wurde LaborGras unter 250 europäischen Kompanien ausgewählt, am “Resolution! Aerowaves Festival” in London teilzunehmen. Im Februar 2002 waren LaborGras und David Hernandez mit dem Stück “Quartett” (aus „temporary stories“) zur Deutschen Tanzplattform nach Leipzig eingeladen, und im Juni 2004 haben sie für das Solo „Story – No Story“ den Essener Kurt-Joos-Preis erhalten. Die 2006 entstandene Produktion „I, Myself And Me Again“ wird seit der Uraufführung auf zahlreichen internationalen Festivals präsentiert.
 

Die Produktionen von LaborGras werden vom Hauptstadtkulturfonds, dem Fonds Darstellende Künste und der Kulturverwaltung des Landes Berlin gefördert. Das Studio LaborGras wird unterstützt von „Der Regierende Bürgermeister von Berlin Senatskanzlei - Kulturelle Angelegenheiten.
 


Renate Graziadei geboren in Österreich, begann ihre Tanzausbildung in der Schweiz. Anschließend studierte, arbeitete und lebte sie 3 Jahre in New York, wo sie u.a. bei der Nina Wiener Dance Company tanzte. Nach ihrer Rückkehr nach Europa arbeitete sie mit Rui Horta beim S.O.A.P. Dance Theatre Frankfurt und schloß sich danach der Hamburger Tanzgruppe COAX an. Im Herbst 1994 gründete sie gemeinsam mit Arthur Stäldi das Kollektiv LaborGras. Seit der Gründung von LaborGras hat sie gemeinsam mit Arthur Stäldi 15 eigene Produktionen/ Projekte realisiert und war an zahlreichen Produktionen anderer Künstler beteiligt. 1997 und 1998 erhielt sie ein Stipendium des danceWEB Programms bei den Internationalen Tanzwochen in Wien und wurde 1997 in der jährlichen Kritikerumfrage der Zeitschrift ballett international/tanz aktuell als profilierte Nachwuchstänzerin ausgezeichnet. Seit 1996 unterrichtet sie regelmäßig an verschiedenen Institutionen in Deutschland und seit 2005 International zeitgenössische Tanztechnik (u.a. Trainingsleitung bei Sasha Waltz and Guests, Folkwang Hochschule, PARTS Brüssel, OPERA NATIONAL DE PARIS und Workshops in Deutschland, Schweiz, Dänemark, Kolumbien und Kroatien). Seit Sommer 2004 arbeitet sie auch als Corepetitor bei Sasha Waltz and Guests (u.a. für Impromptus, Dialoge 06 – Radiale Systeme, Medea und Romeo & Juliette). Seit 2008 ist sie auch als Tänzerin bei Sasha Waltz & Guests zu sehen, in den Produktionen Jagden und Formen und Dialoge 09. Ihre Längste und Intimste Zusammenarbeit besteht mit dem Choreografen David Hernandez.

Ralf Krause studierte seit 1995 Flamencogitarre und begann zwei Jahre später im Friedrich-Wolf-Theater Neustrelitz die enge Zusammenarbeit mit Theaterregisseuren und Choreografen als Komponist und Theatermusiker. Er arbeitete unter anderem für die Bühnen der Stadt Gera, das Kleist-Theater Frankfurt/Oder, das Junges Theater Bremen und die Landesbühne Sachsen. Von 1978-90 hatte er regelmäßige Auftritte im sozialistischen Lager als Flamencogitarrist. 1988 begann seine enge freiberufliche Zusammenarbeit mit Thomas Guggi / Paula E. Paul, Berlin und von 1993- 2001 war er als Ensemblemitglied der Compagnie „Jo Fabian dept.“, Berlin für die Bereiche Komposition, Bühnenmusik, Tonstudioarbeit, Beschallung und Tontechnik verantwortlich. 2002 begann die Zusammenarbeit mit LaborGras bei der Produktion „Melting Point“ ; 2004 folgte „Story – No Story“ und 2006 „I, Myself And Me Again. Der gebürtige Schweizer Arthur Stäldi begann seine Tanzausbildung in Luzern (Schweiz) und Rotterdam (Holland). Er arbeitete anschließend an verschiedenen Stadttheatern in der Schweiz und Deutschland und gründete 1989 gemeinsam mit der Tänzerin Rica Blunck die Hamburger Tanzgruppe COAX. Seit seiner Loslösung von COAX im Sommer 1994 arbeitet er in dem von ihm mitgegründeten Kollektiv LaborGras und hat an zahlreichen internationalen Projekten anderer Künstler/Choreographen mitgewirkt. Engste und längste Zusammenarbeit besteht seit Herbst 1999 mit Choreographen David Hernandez. Von 1999 bis 2008 war er in den meisten seiner Produktionen als Tänzer und bei der Organisation zur Umsetzung der Produktionen Involviert. Seit 1996 unterrichtet er regelmäßig an verschiedenen Institutionen in Deutschland zeitgenössische Tanztechnik. (u.a. Ernst Busch Schule, Stadttheater Kassel) und unterrichtet Workshops (u.a. in Deutschland, Schweiz, Dänemark, Kolumbien und Kroatien). Im Sommer 2007 war er als Coach und Trainingsleiter für das Projekt TanzMedienAkademie beim pèlerinages KUNSTFEST WEIMAR, in Weimar tätig.



 

 

VERANSTALTUNGEN


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