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GASTSPIEL SUITE intermediale  
17. bis 19.02.2011 eine interaktive Tanzperformance von Theater der Klänge
 
TANZPERFORMANCE 20.30 Uhr im DOCK 11  

SUITE intermediale

SUITE intermediale

In „SUITE intermediale“ bespielen Tänzer den Raum als audiovisuelles Instrument. In kollektiver Autorschaft von Choreografin, Regisseur, Videokünstler, Komponist und Tänzern entsteht ein Tanzkonzert, das aus mehreren in sich geschlossenen audio-visuellen Kompositionen besteht. Die visuelle Ebene bildet die tänzerische Performance in einer dreidimensionalen Video- und Lichtumgebung. Die auditive Ebene ist die elektronische Transformation von live oder elektronisch generierten Klängen, interpretiert und gesteuert durch die Bewegungen der agierenden Tänzer. Die Frage des Zusammenspiels spielt in einem solchen Prozess eine entscheidende Rolle, da es ja nicht um die einzelne Autorenschaft, sondern um eine kollektive Entwicklung in der Kombinaton unterschiedlichster Kompetenzen geht. Alleine schon die Gleichstellung von Musikalgorithmen, Videoalgorithmen, choreografisch modularem Materials und inszenatorischen Einheiten verlangt von jedem im Entwicklungsprozess Beteiligten Disziplin und Respekt vor der Leistung der gleichberechtigt Mitwirkenden. Dazu kommt die ungewöhnlich große Freiheit der Gestaltungsmöglichkeiten an die Performer, da diese ja eben nicht nur Tänzer, sondern gleichzeitig auch Bildgeber für den Videoinput und Musiker der durch den Komponisten live angebotenen Klangstrukturen sind.
Gleichzeitig müssen sie strukturell improvisierend im mit der Choreographin vereinbarten Rahmen mit einem gesetzten Bewegungs-Material variierend arbeiten. Nicht zuletzt gehört eine genaue Kenntnis der benutzten Technik dazu, ähnlich der eines Musikers, der sein Instrument genau kennt und zu spielen weiß. Die technischen Möglichkeiten live-elektronische Musik und live-elektronisches Video von und mit professionellen Tänzern bespielen und mit ihnen spielen zu lassen, bedeutet nicht zwingend, dass auch ein sinnvolles intermediales Interagieren daraus entsteht. Ein sinnvoller intermedialer Umgang der gebotenen Möglichkeiten ist ein Agieren-Reagieren-Aufgreifen- Fortführen und zu einer gestalteten Konsequenz führen. Erst wenn die Summe der eingesetzten Medien und Variationsmöglichkeiten mehr wird, als die Einzelbestandteile und erst wenn das eine ohne das andere sinnlos oder nicht mehr machbar wird, ergibt sich eine echte intermediale Performance.

Stellt die klassische Suite eine komponierte Musikabfolge für (Bühnen-)Tänze dar, ist die „SUITE intermediale“ eine Abfolge audio-visueller Kompositionen, gespielt von Tänzern. So treffen sich Ansätze der „Musique Concrète“ mit elektronisch interaktiver Musik, wie auch Theorien des „absoluten Films“ und des „expanded Cinema“ mit moderner Echtzeittransformation durch Computer in einer Realtime-Composition, die in jeder Aufführung eine variierte Gestalt bekommt.

Prof. J.U.Lensing

KOMPOSITIONEN DER SUITE INTERMEDIALE
• INTRODUKTION
• SPUREN
• SCHWARZ-WEISS
• SOLO
• FRAGMENTE
• TEXTUREN
• CODA

# Regie + Szenografie: J.U.Lensing
# Choreografie: Jacqueline Fischer
# Komposition: Thomas Neuhaus
# Video: Fabian Kollakowski
# Videotools: Falk Grieffenhagen
# Lichtdesign: Boris Kahnert
# Kostüme: Caterina Di Fiore
# Betriebsbüro: Miriam Pankarz
# Produktionsassistenz: Rosa Rühling
# Fotografien: Oliver Eltinger, Rosa Rühling
# Tänzer/Musiker in der Reihenfolge ihres Auftretens:
# Introduktion: Alex Carrillo
# Spuren: Catalina Gomez, Bernardo Fallas,Nina Hänel, Arthur Schopa
# Schwarz-Weiß: Nina Hänel, Catalina Gomez, Bernardo Fallas, Arthur Schopa
# Solo: Arthur Schopa
# Fragmente: Nina Hänel, Alex Carrillo, Bernardo Fallas, Catalina Gomez, Sarah Biernat, Arthur Schopa
# Texturen: Komplettes Ensemble
# Coda: Sarah Biernat, Nina Hänel, Arthur Schopa, Bernardo Fallas

# Dauer: voraussichtlich 65-70 Minuten
# Foto: Rosa Maria Rühling

www.theater-der-klaenge.de

Pressestimmen:
...die direkt auf Oskar Schlemmers Klang- und Figurenkonzept zuruckgreift und dabei die
technischen Möglichkeiten der Gegenwart auf die Klassische Moderne anwendet.
Mitteldeutsche Zeitung 2010
 

Traumwandlerische Klangbildhauerei... Experimentelles Tanztheater im wahrsten Sinne des
Wortes. Die innovative Körpersprache macht Lust auf mehr...
Rheinische Post 2010
 

Das „Theater der Klänge“ ist eben ein einzigartiges Ensemble, das Töne, Bilder und Menschen
miteinander agieren läßt.
Neue Rhein Zeitung 2010
 

Die mediale Verwandlung von Choreografe in eine weite Spanne von Klängen und Bilder boten
weit mehr als neue Sichtweisen. Sie verblufften, ließen den Atem stocken …
Ostseezeitung 2010
 

Mit der „Suite intermediale“ liefert das Theater der Klänge ein funkelndes Meisterstuck.
WAZ/NRZ 2010
 

Weit weg von bloßer Live-Kamera-Wiedergabe, die auf Buhnen oft nervt, beschert das Theater
der Klänge hier stets unvorhersehbare Trans-Formationen.
RP 2011
 

Bei der Premiere im Tanzhaus NRW in Düsseldorf wurden die zwei Herren, die am Laptop Bilder
und Sounds steuern, genauso lautstark gefeiert wie die sechs Tänzer. Es ist ein Wunder digitaler
Bildtechnik!
NRZ 2011

Das Theater der Klänge Düsseldorf wird kontinuierlich durch das Kulturamt der Landeshauptstadt Düsseldorf, sowie den Ministerpräsidenten des Landes Nordrhein-Westfalen gefördert. Die Produktion „SUITE intermediale“ wird durch das Kulturamt der Landeshauptstadt Düsseldorf, den Fonds Darstellende Künste, der HIFF der FH-Dortmund und durch die Stiftung van Meeteren gefördert .

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Ziel der Ensemblegründung THEATER DER KLÄNGE war und ist spartenübergreifende Theaterarbeit durch die Realisierung eigener Produktionen zu leisten, die sowohl Musik, Tanz und Schauspiel, als auch bildnerische Kreationen in Form von Kostüm-, Bühnen-, Licht- und Mediengestaltung zu immer wieder neuen Ausdrucksformen zusammenbringen. Dabei geht es darum, Kombinationen zu finden, bei denen die einzelnen Sparten nicht isoliert eingesetzt werden, sondern sich gleichberechtigt ergänzen und bedingen. Konsequenz dieser Inszenierungen ist eine Weiterführung in zeitgenössische, mehrmediale Formen unter Einsatz von Computern, speziell entwickelter Software und Ton- und Bildsensoren in der Bühne. Insgesamt sahen bis heute fast 90.000 Zuschauer die 19 verschiedenen Stücke in 56 Städten, in denen das Theater der Klänge mit insgesamt fast 500 Aufführungen zu Gast war; darunter Berlin, München, Frankfurt, Rotterdam, Paris, Avignon, Tel Aviv und New Delhi. Das Ensemble erarbeitet in der Regel eine Produktion im Jahr und zeigt diese an unterschiedlichen Aufführungsorten in Düsseldorf und im Rahmen von Gastspielen, die die räumlichen Voraussetzungen für das jeweilige Projekt bieten. Seit 1997 erweitert das Theater der Klänge seine Arbeit auf andere Medien, so dass mittlerweile ein Buch, vier Videodokumentationen, eine DVD, zwei Bühnenmusik-CDs sowie drei Hörbücher publiziert wurden, welche in 2012 um eine Werkausgabe auf Blue-Ray (DVDs) ergänzt werden sollen.

GRÜNDUNG 1987
1987 DIE MECHANISCHE BAUHAUSBÜHNE
1989 DIE BAROCKE MASKENBÜHNE
1990 DIE KÜCHE
1991 NOVEMBER 1918 * 1989
1993 FIGUR UND KLANG IM RAUM
1994 REDEN IST SILBER...
1995 LUDUS DANIELIS
1996 DIE VÖGEL
1997 JUBILÄUM
1999 DIE NEUBERIN
1999 DAS OPFER
2001 MEGALOPOLIS
2002 MODUL|A|T|O|R
2004 GREGORIUS
2005 HOEREOGRAPHIEN
2006 TEUFELS KREISE
2008 ICH IST EIN ANDERER
2009 JOHNNYS JIHAD
2010 SUITE INTERMEDIALE

 

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An interactive Inter-Media Performance
 

In this new production by the Theatre of Sound, dancers use space as an audio-visual instrument. The ‘SUITE intermediale’, is made up of seven self-contained, audio-visual compositions. It is a collective creation of a choreographer and a director together with video artists, a composer and performers (who are simultaneously dancers and musicians). On the visual level, the dance performance is transformed into a three dimensional video and light environment. On the acoustic level, the electronic transformation of sound, generated live or electronically, is interpreted and controlled by the movements of the dancers. The elements of teamwork, interaction and cooperation play decisive roles, because the piece is not about a single authorship but is rather, a collective development in the combining of diverse competences. The equal treatment of music algorithms, video algorithms and choreographic modular material requires from all participating persons, a deep respect for the developmental process, and for the efforts of the equally participating artists, from various disciplines. A great liberty of creation possibilities exist for the performers, because they are not only dancers, they are visual transmitters for the video input, and they are musicians of the composer‘s live offered sound structures as well. At the same time, they have to improvise structurally within a frame, which is arranged with the choreographer, working varyingly with fixed movement material. A detailed knowledge of the interactive techniques is necessary and comparable to a musician who knows his instrument exactly and who knows perfectly well how to play it. The technical possibilities of live and electronically generated music and video, which is created by professional dancers and in interaction with them, doesn‘t result coercively in an expedient inter-medial interaction. An expedient inter-medial use of the offered possibilities means: acting, operating, reacting, seizing, continuing and developing a composed consequence. Not until the sum of the inserted media and variation possibilities exceeds the single component parts, and not before one part is incomplete or not practicable without the rest, will a real inter medial performance result. Whereas dancers in a classical suite interpret a series of fixed pieces played by musicians, the ‘SUITE intermediale’ is a series of audio-visual compositions created and played by dancers themselves. For anyone who enters it, the-empty space is first and foremost a space for action. The scenographic and acoustic spaces only emerge through the actions of the dancers. ‘SUITE intermediale’ brings together ‘Musique concrète’ with interactive electronic music as well as theories of ‘absolute film’ developed through modern real time transformation of sound by computer. In each performance the real time composition comes to a varied form.

Prof. J.U.Lensing



 

 

VERANSTALTUNGEN


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