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PREMIERE KOOK.MONO. schrift spricht  
25.09.2018 Martina Hefter, Michael Fehr, Mara Genschel und Tabea Xenia Magyar
 
PERFORMANCE 19.00 Uhr im DOCK 11  

KOOK.MONO. schrift spricht

KOOK.MONO. schrift spricht

Vorstellungen im DOCK 11:

25. September 2018,  um 19.00 Uhr


DOCK 11, Kastanienallee 79, 10435 Berlin

Ticketreservierungen: 030-35120312, ticket@dock11-berlin.de

Tickets: 10.- Euro / 8.- Euro erm.

 

An der Schnittstelle zwischen Text und Performance, Gedicht und Lecture entwickeln zwölf Autor*innen im Rahmen von KOOK.MONO jeweils 20- bis 30-minütige Stücke, die an drei Abenden an drei verschiedenen Orten gezeigt werden.

- Lettrétage: Am 24.09. präsentieren Daniel Falb, Anja Utler, Enis Maci und Sonja vom Brocke ihre Arbeiten in der Lettretage. Im Anschluss spricht Peer Trilcke mit den Autor*innen.

- Dock11: Am 25.09. präsentieren Martina Hefter, Michael Fehr, Mara Genschel und Tabea Xenia Magyar ihre Arbeiten im Dock11. Im Anschluss spricht Josepha Conrad mit den Autor*innen.

- ausland: Am 26.09. präsentieren Senthuran Varatharajah, Rike Scheffler, Christiane Heidrich, und Max Wallenhorst ihre Arbeiten im ausland. Danach spricht Daniela Seel mit den Autor*innen.


KOOK.MONO. schrift spricht

12 Autor*innen, 12 Stücke, 3 Abende: KOOK.MONO. schafft neue, performative Formate für literarische Texte. KOOK.MONO findet statt vom 24. bis 26.9. in der Lettrétage, dem ausland berlin und dem DOCK11.

In der deutschsprachigen Literatur äußert sich derzeit ein neues Bewusstsein für Schreibweisen, die Aspekte des Sprechens sowie des Szenischen fokussieren. Gleichzeitig finden Texte in der Performancekunst eine größere Beachtung. Wurden diese Texte bisher eher nicht für eine Öffentlichkeit schriftlich verfügbar gemacht, wird dem Schreiben der Texte als Teil der künstlerischen Arbeit größere Aufmerksamkeit geschenkt, und die entstehenden Textformen werden auch als literarische Gattung verstanden. Diese Texte berücksichtigen Aspekte der Mündlichkeit bereits im Arbeitsprozess, die „Sprechbarkeit“ ist über das bloße Ablesen des Textes hinaus von großer Bedeutung. Hiermit ist nicht nur der bewusste Umgang mit Stimme und Körper gemeint, sondern allgemein die Frage nach dem Verhältnis zwischen schriftlichem Text und seiner mündlichen „Darstellbarkeit“. Denn in Abgrenzung zu Theatertexten sind diese Textformen üblicherweise nicht für Darstellungen durch Dritte gedacht, sondern für eine „Verkörperung“ durch den/die Autor*in selbst.

„KOOK.MONO. schrift spricht“ möchte dieser Beschäftigung mit den Dimensionen des Mündlichen und der Darstellbarkeit von literarischen Texten Raum geben, sie reflektieren und vertiefen. In welchem Verhältnis stehen Schriftlichkeit und Mündlichkeit in der Dichtung heute zueinander? Wie gehen Autor*innen mit dieser Doppelgestalt ihrer Werke um? Inwiefern ist eine tiefere oder breitere Bearbeitung von Themen möglich, wenn der Text als ein längerer, zu sprechender, auch mit Material (Dokumenten, Video, Requisiten, Publikumsbeteiligung usw.) performativ arbeitender entwickelt wird? Welche Chancen bieten solche diskret performativen Formate möglicherweise für das Zuhören als eine Gemeinschaftserfahrung, die sich sowohl von der eigenen Lektüre als auch von anderen Lesungs-, Konzert- und Theatersituationen unterscheidet? Was können die verschiedenen Künste in diesem hybriden Grenzbereich voneinander lernen?

Lyriker*innen und Künstler*innen verschiedener Generationen und künstlerischer Hintergründe sind eingeladen, Texte und Performances zu entwickeln und zu zeigen, die mit der Oralität lyrischer Formen für die Gegenwart neu umgehen. Mit wem spricht das Gedicht, wenn es auf eine Bühne tritt; wie spricht es, wenn es sich schon in seiner Entstehung als zu Sprechendes, zu Verkörperndes definiert, in Resonanz mit einem Publikum; und wovon spricht es? Im Grenzbereich zwischen Langgedicht, Monolog und (Lecture) Performance sollen Möglichkeiten des poetischen Sprechens ausgelotet werden. Bei den anschließenden Paneldiskussionen werden Fragen zur Form, Entstehung und Ausgestaltung der Gedichte/Stücke, zu ästhetischen Positionen sowie zu den gewählten Themen vertieft, reflektiert und miteinander wie mit dem Publikum ins Gespräch gebracht.
 

 

KOOK.MONO. schrift spricht ist ein Projekt von KOOK e.V.

Mit freundlicher Unterstützung des Hauptstadtkulturfonds.

Projektleitung: Josepha Conrad, Peter Dietze, Daniela Seel
Presse: Jutta Büchter

Foto: Michael Fehr by Franco Tettamanti

 

 

 

 

  


Beteiligte Künstler*innen

Daniel Falb, geboren 1977 in Kassel, lebt in Berlin. Studium der Philosophie, Soziologie, Politologie. Promotion im Fach Philosophie zum Begriff der Kollektivität. Jüngere Arbeiten neben der Lyrik konzentrieren sich auf Geophilosophie und Kunsttheorie und unter anderem auf das Projekt einer realistischen Kritik des Wissens jenseits der Lebenden. Falb veröffentlichte in Zeitschriften und Anthologien sowie die Gedichtbände „die räumung dieser parks“, kookbooks 2003, „CEK“, kookbooks 2009, 2015, „Chicxulub Paem“, DRUKsel 2016. Mit Ann Cotten, Hendrik Jackson, Steffen Popp und Monika Rinck verfasste er die kollektive Poetologie „HELM AUS PHLOX. Zur Theorie des schlechtesten Werkzeugs“, Merve 2011; zuletzt erschien „Anthropozän. Dichtung in der Gegenwartsgeologie“, Verlagshaus Berlin 2015. Falb war unter anderem Preisträger beim Lyrikdebütpreis des LCB, Stipendiat der Stiftung Niedersachsen, des Berliner Senats und der Künstlerhäuser Edenkoben und Schöppingen. 2016 erhielt er den Kurt Sigel-Lyrikpreis des deutschen PEN.

Michael Fehr, geboren 1982, studierte am Schweizerischen Literaturinstitut Biel und am Y Institut der Hochschule der Künste Bern. Er ist Erzähler und lebt in Bern. „Kurz vor der Erlösung“ (2013), „Simeliberg“ (2015) und „Glanz und Schatten“ (2017) sind seine Buchpublikationen. Er erhielt unter anderem den Literaturpreis des Kantons Bern 2013 und für seinen Roman Simeliberg den Kelag-Preis im Rahmen des Ingeborg-Bachmann-Preises 2014. Aus einigen seiner Geschichten macht Michael Fehr zusammen mit dem Gitarristen und Komponisten Manuel Troller Musik, und er ist die Stimme auf dem Musikalbum Bruxelles des Pianisten und Komponisten Simon Ho.
http://www.michaelfehr.ch/

Mara Genschel, geboren 1982 in Bonn, lebt in Berlin. Nach kurzen Studien der Musikwissenschaft in Köln und der Schulmusik an der Hochschule für Musik in Detmold schloss sie ein Studium am Deutschen Literatur­institut in Leipzig ab. 2008 erschien ihr erster Gedichtband, seitdem entwickelt sie andere Literatur­formate. 2009 entstand ein Künstlerbuch mit CD in Zusammen­arbeit mit dem Lautpoeten Valeri Scherstjanoi, außerdem verschiedene kurze Bühnen­werke, Hörstücke und Textfilme. Weitere Zusammen­arbeiten entstanden unter anderem mit dem Kompo­nis­ten Martin Schüttler, aber auch mit bildenden Künstlern, Musikern, Laien. 2017 veröffentlichte sie „Cute Gedanken“, roughbooks und erhielt den Förderpreis zum Heimrad-Bäcker-Preis.

Martina Hefter, geboren 1965 in Pfronten/ Allgäu, lebt und arbeitet als Autorin und Performancekünstlerin in Leipzig. Sie verknüpft in ihren Arbeiten darstellende/ szenische und textliche Verfahrensweisen. Zuletzt erschien der Gedichtband „Ungeheuer. Stücke/Gedichte” bei kookbooks. Mit der Performancegruppe „Kollektiv Pik 7” zeigte sie 2017 die Performance „Stellen Sie sich vor, Sie haben Hühner, wollen aber Rosen” in Leipzig, Chemnitz, Dresden, Berlin und Frankfurt/M. Martina Hefter lehrte am Deutschen Literaturinstitut in Leipzig, am Institut für Literarisches Schreiben der Universität Hildesheim und am Institut für Sprachkunst der Universität für Angewandte Kunst in Wien und erhielt unter anderem den Förderpreis zum Lessingpreis des Freistaates Sachsen, das London-Stipendium des Deutschen Literaturfonds sowie den Lyrikpreis Meran.

Christiane Heidrich, geboren 1995 in Karlsruhe, studiert seit 2013 Bildende Kunst an der Staatlichen Akademie der Bildenden Künste Stuttgart, 2014/15 studierte sie am Institut für Sprachkunst in Wien. Ihre Gedichte sind unter anderem in randnummer literaturhefte, Bella Triste und STILL erschienen.

Enis Maci, geboren 1993 in Gelsenkirchen, studierte Literarisches Schreiben und Politikwissenschaft in Leipzig. Förderpreis des Literaturbüro Ruhr 2010, nominiert für den Osnabrücker Dramatikerpreis 2015, Hans-Gratzer-Stipendium 2017. Sie hat ihre Texte vielfach selbst szenisch umgesetzt, unter anderem am FFT Düsseldorf, LOFFT Leipzig und in den Sophiensælen. Zuletzt erschienen unter anderem die Erzählung „Zimmer 10“ in EDIT Nr. 67 und, in englischer Übersetzung von Amanda DeMarco, auf theoffing.com sowie der Essay „Der Autor irrt sich“ auf epitext.hkw.de. Ihr Erstlingsstück „Lebendfallen“ wird im Frühjahr 2018 am Schauspiel Leipzig uraufgeführt.

Tabea Xenia Magyar lebt und arbeitet als Choreographin, Performerin und Lyrikerin in Berlin und der Schweiz. Sie wurde 1988 in Zürich geboren, wo sie Philosophie, Politikwissenschaft und Französisch studierte. Tabea ist Teil der Kollektive BlingBlingRecycling und des Lyrikkollektives G13, mit denen sie regelmässig auftritt. Bereits in ihrem Studium beschäftigte sie sich mit der Frage, wie man künstlerische Praxis mit anderen teilen kann und schuf damit den Kontext, in dem sie ihre Werke entwickelt. Ihr Ausgangspunkt ist die Suche nach Intimität als Versprechen einer möglichen Solidarität. Angriffsfläche, Universalität durch radikale Subjektivität, unaufdringliches politisches Engagement und eine Aufmerksamkeit für Performance als Erlebnis der Zuschauer_innen sind Konzepte, die in ihrer Arbeit eine zentrale Rolle spielen. Ihre Stücke zeichnen sich durch verborgenes Angebot komplexer Gedankengänge und das Interesse an profundem tänzerischem Handwerk und der Materialität des Körpers aus. Daneben benutzt sie auch Zeichnungen und Textmaterial als Grundlage ihrer tänzerische Arbeit. Als Grenzgängerin zwischen verschiedenen künstlerischen und akademischen Disziplinen hat sie ein umfassendes Verständnis von Choreographie als Aufmerksamkeit für das Erlebnis des Körpers im Raum. http://tabeaxeniamagyar.com

Rike Scheffler, geboren 1985 in Berlin, ist Dichterin, Musikerin, Performerin und Kuratorin. Sie veröffentlichte den Gedichtband der rest ist resonanz, in Zeitschriften und Anthologien (zuletzt Edit, Poet, Bella triste, Jahrbuch der Lyrik) und schafft mit ihren Worten gerne szenische Text- und Klangskulpturen. Hierfür arbeitet sie mit Künstler_innen verschiedenster Genres wie dem Theater, Jazz, Pop, der Oper, der Installations- und Performancekunst zusammen. Zuletzt kuratierte sie zum Beispiel für Olafur Eliassons Institut für Raumexperimente die Poesieinterventionen words that hurt in der Neuen Nationalgalerie Berlin und erarbeitete gemeinsam mit Dichter_innen und Musiker_innen die Performance From Hear to Here in der Alliance française in Addis Abeba. Seit 2009 ist sie Mitglied des Berliner Lyrikkollektivs G13, das auf seinen Poesietouren immer wieder neue Ausdrucks-, und Präsentationsformen für Lyrik erkundet. Neben verschiedenen Stipendien erhielt Rike Scheffler den Orphil-Debütpreis 2015 und schreibt mit dem Komponisten und Klarinettisten Claudio Puntin an einer Oper. http://rikescheffler.tumblr.com

Anja Utler, geboren 1973, ist Dichterin, Essayistin und Übersetzerin. Sie hat Slawistik, Anglistik, Sprecherziehung studiert und mit einer Arbeit zur russischen Lyrik der Moderne promoviert. Semesterweise unterrichtet sie an der Universität für angewandte Kunst in Wien. Für ihre poetischen Arbeiten – die meist nicht nur gedruckt, sondern auch in einer hörbaren Form erscheinen – wurde Anja Utler vielfach ausgezeichnet. Für die Gedichte aus dem Band münden – entzüngeln wurde ihr 2003 der Leonce-und-Lena Preis zugesprochen, 2014 erhielt sie für ihre innovative Darstellung aktueller Themen wie Ökologie in der Poesie und ihren gleichermassen reflektierenden wie sinnlichen Umgang mit dem Verhältnis von Sprache und Körper den Basler Lyrikpreis. 2015 war Anja Utler Writer-in-Residence am Oberlin College, Ohio, 2011 kuratierte sie die Frauenfelder Lyriktage. Sie ist Honorary Fellow des International Writing Program in Iowa (IWP ’14). Anja Utlers Gedichte wurden in mehr als 20 Sprachen übersetzt und in Anthologien, Zeitschriften und in einigen Ländern auch als Bücher gedruckt. Festivalteilnahmen/Lesungen in Europa, Asien und den USA.

Senthuran Varatharajah, 1984 in Jaffna auf Sri Lanka geboren, ist ein deutscher Schriftsteller tamilischer Herkunft. Varatharajahs Familie floh in den 80er Jahren vor dem Bürgerkrieg in Sri Lanka nach Deutschland. Er studierte Philosophie, evangelische Theologie und Kulturwissenschaften in Marburg, Berlin und London. 2014 nahm Varatharajah - ohne zuvor etwas veröffentlicht zu haben - an den 38. Tagen der deutschsprachigen Literatur teil und erhielt den 3Sat-Preis. Sein vielbeachteter und mehrfach ausgezeichneter Debütroman „Vor der Zunahme der Zeichen” erschien im Frühjahr 2016 im S. Fischer Verlag. Varatharajah lebt in Berlin.

Sonja vom Brocke wurde 1980 in Hagen geboren. Sie studierte Philosophie, Germanistik und Anglistik in Köln, Hamburg und Paris und schloss ihr Studium mit einer Arbeit zum Verhältnis von Denken und Dichtung ab. Seit 2007 lebt sie in Berlin. Ihre Texte erschienen in Anthologien und Zeitschriften, unter anderem in Sprache im technischen Zeitalter, Park, Edit, Randnummer, Gegenstrophe und All dies hier, Majestät, ist deins. Lyrik im Anthropozän. 2010 erschien Ohne Tiere, 2015 veröffentlichte sie ihren Gedichtband Venice singt.

Max Wallenhorst, 1993 geboren und aufgewachsen in Hannover, studierte seit 2013 am Institut für Angewandte Theaterwissenschaft in Gießen. Er arbeitet an Theorie und Fiktion, veröffentlichte essayistische und literarische Texte in Zeitschriften und Anthologien, schreibt u.a. für taz und FAS und wirkt an verschiedenen Performances und Projekten mit. 2010 und 2012 war er eingeladen zum Bundeswettbewerb Treffen junger Autoren, 2014 las er beim internationalen literaturfestival Berlin. Seit 2015 ist er in CHANGE aktiv, einem Netzwerk junger Künstler*innen und Wissenschaftler*innen zur spekulativen Erfassung der Zehner Jahre. Max Wallenhorst lebt in Berlin.


 

 



 

 

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