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GASTSPIEL COMMEDIA FUTURA: TWO  
06. bis 09.09.2018 ein Tanztheaterstück von und mit Wolfgang A. Piontek, Yumiko Yoshioka, Minako Seki
 
TANZTHEATER 19.00 Uhr im DOCK 11  

COMMEDIA FUTURA: TWO

COMMEDIA FUTURA: TWO

Vorstellungen im DOCK 11:

06., 07., 08. und 09. September 2018, jeweils 19.00 Uhr


DOCK 11, Kastanienallee 79, 10435 Berlin

Ticketreservierungen: 030-35120312, ticket@dock11-berlin.de 

Tickets: 18.- Euro / 12.- Euro erm.

 

TWO ist – auch – die Geschichte zweier junger Butoh-Tänzerinnen, die 1987 durch eine Zufalls-Bekanntschaft in Berlin zusammentreffen, um dann für ein paar Jahre das Herz der ersten deutsch-japanischen Butoh-Gruppe, „Tatoeba – Théâtre Danse Grotesque“, zu bilden, ehe sich diese Mitte der 90er Jahre auflöste und die KünstlerInnen eigene Wege gingen.

Das von Wolfgang A. Piontek initiierte und inszenierte Projekt, das sie nach über 20 Jahren – in denen beide ihre eigenen künstlerischen Wege gingen – wieder zusammenbringt, ist also ein Stück über z.T. sehr persönliche Erinnerungen, wie auch eine Reflektion über die Begegnung zweier Kulturen, der japanischen und der europäischen. Es ist darüber hinaus – und diesen Aspekt finden wir als Mitglieder einer zusehends alternden Gesellschaft, die mehr denn je der Jugend huldigt, besonders spannend - ein Stück über zwei Tänzerinnen in fortgeschrittenem Alter (55 und 63 Jahre), die noch immer tanzen und gerade aufgrund ihres Alters, aufgrund ihrer Erfahrungen, etwas ganz anderes zu sagen haben als junge TänzerInnen. Sie bringen Qualitäten und Themen in ihren Tanz und ihre Bühnenwerke ein. Es geht nicht um höher, weiter, schneller, sondern größtmögliche Präsenz und Intensität, die Wiederentdeckung der Langsamkeit in der Auseinandersetzung mit existentiellen Themen.

Wie der japanische Butoh, in dem die beiden Tänzerinnen ihre Wurzeln haben, eine unmittelbare körperliche Ausdrucksweise ist. Ausdruckstanz im besten Sinne, so wird die Geschichte, die Minako Seki und Yumiko Yoshioka verbindet, auf der Bühne als eine ebenso eminent körperliche Geschichte erzählt. Uns interessiert gerade die Weisheit des Körpers, die Erfahrungen, die sich ihm eingeschrieben haben, seine Erinnerungen und seine Ausdrucksmöglichkeiten.

Regisseur Wolfgang A. Piontek übernimmt im Arbeitsprozeß die Rolle des Katalysators und Coaches, der mit Aufgaben-Stellungen die Konfliktfelder aufreißt und entwickelt. Die Improvisationen werden per Video dokumentiert. Gemeinsam wird das Material gesichtet und ausgewählt. Dokumentarische (oder dokumentarisch wirkende) Videos könnten dabei als Mittel dienen, eine zusätzliche Erzählebene einzuziehen, ebenso wie die Tänzerinnen sich nicht nur mit den Mitteln des Tanzes, sondern auch mittels Sprache oder Objekte ausdrücken.

 

Idee / Künstlerische Leitung: Wolfgang A. Piontek, Yumiko Yoshioka, Minako Seki
Choreographie / Tanz: Yumiko Yoshioka, Minako Seki
Inszenierung: Wolfgang A. Piontek
Dramaturgie / Produktionsleitung: Elena Polzer, Peter Piontek
Produktion: COMMEDIA FUTURA
Bühne: Wolfgang A. Piontek
Musik: Michio
Videos: Volker Schreiner
Foto: Ralf Mohr

Gefördert durch: Kulturbüro der Landeshauptstadt Hannover, Fonds Darstellende Künste, Niedersächsisches Ministerium für Wissenschaft und Kultur

 

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TWO
a COMMEDIA FUTURA production
featuring Minako Seki and Yuniko Yoshioka
directed by Wolfgang A. Piontek


TWO is the story of two japanese butoh dancers who chanced to meet in Berlin in 1987 and soon would start the first German-Japanese Butoh company “Tatoeba – Théâtre Danse Grotesque”. In the middle of the 90s the group fell apart and the artists went their ways separately.
After more than 20 years Wolfgang A. Piontek brought them together again. He initiated and directed a project aiming on evoking very private memories, as well as a reflection on the encounter of two cultures, the Japanese and the European.
And TWO is – maybe even more important in a society that only worships the youth – a piece about two dancers of advanced age (56 and 64 years old). Two women who are still dancing and who have due to their long experience something different to say and maybe a lot more to tell than the young ones. Because after all dance is not about speed and crazy distortions but about emotional depth and intensity. It is about human existence, spirituality and experience. Piontek is especially interested in the wisdom of the body and how experiences have shaped it and find their expression by the body.
Eventually TWO is no story at all but a piece of dance theatre creating strong images representing a whole life, partly grotesque, framed by impressive videos which add an extra dimension to what is happening on stage.


Choreography and dance: Minako Seki, Yumiko Yoshioka
Idea, stage direction, scenography: Wolfgang A. Piontek
Dramaturgy: Elena Polzer, Peter Piontek
Assistance: Tabea Below, Lara Strautmann
Music: Michio
Videos: Volker Schreiner
Costumes: Sabine Mech
Light design: Wolfgang Denker
Art Design: Ralf Mohr, Wolfgang A. Piontek
Photography: Thilo Nass
Administration: Judith Elbeshausen, Michaela Höll, Deniz Maschmann
Technical Assinstant: Michael Liiv
Photo: Ralf Mohr

Supported by: Kulturbüro der Landeshauptstadt Hannover, Fonds Darstellende Künste, Niedersächsisches Ministerium für Wissenschaft und Kultur

 


Minako Seki (* 1961 in Tomitsu, Präfektur Nagasaki/Japan), Tänzerin, Choreographin und Dozentin, Gründerin der Minako Seki Company. Lebt und arbeitet in Berlin, seit sie 1986 dort am ersten europäischen Butoh-Festival "Rebellion des Körper" teilgenommen hat. Ihre Lehrmeister waren Tetsuro Tamura und Anzu Furukawa. Beiden gemeinsam war, dass sie in bei ihrer Arbeit den Menschen und seine Emotionen auf den unterschiedlichen Ebenen in den Mittelpunkt stellten. In der von ihnen gegründeten Butoh-Company "Dance Love Maschine Tokyo" erhielt Minako Seki auch ihr erstes Engagement als Tänzerin.
Minako Seki interessiert sich besonders für interdisziplinäre Projekte. So choreographierte sie auch für Theater-Gruppen wie Showcase Beat le Mot und She She Pop und arbeitete mit renommierten Tänzer und Choreografen wie Israel Galván und Sol Pico zusammen. Seki untersucht die Kommunikation zwischen Bewusstem und Unbewusstem, die Beschreibung emotionaler Zustände und die Grenzen zwischen Realität und Illusion. Ihre Körpertechnik und Unterrichtsmethode hat sie in der "Seki Methode" zusammengefaßt.

Yumiko Yoshioka (*1953 in Tokyo/Japan), Choreografin, Tänzerin, Pädagogin, Weltreisende mit Wohnsitz in Berlin. Fängt als zwanzigjährige Studentin zu tanzen an und wird Mitglied der ersten Frauen-Butoh-Company Ariadone, die sich durch ihren archaischen Stil auszeichnet. Tanzt mit Carlotta Ikeda und Ko Murobushi, den Ariadone-Gründern in Paris "Le Dernier Eden“, die erste Butoh Aufführung außerhalb Japans. 1988 gründet Yumiko Yoshioka zusammen mit Minako Seki und delta RA'i die deutsch-japanische Butoh-Gruppe tatoeba - THÉÂTRE DANSE GROTESQUE in Berlin und tourt von 1988 bis 1994 durch Japan, Europa und Nordamerika. 1995 Gründung des "TEN PEN CHii art labor“. Yumiko Yoshioka ist außerdem künstlerische Leiterin des „Butoh Related Art Festival eX...it!" auf Schloss Bröllin (Mecklenburg-Vorpommern).
Sie lehrt in zahlreichen Workshops in aller Welt „Body Resonance”, eine auf Butoh und Organic Movement beruhende Form des Körpertrainings und Tanzes.

Wolfgang A. Piontek: Gründer und künstlerischer Leiter von COMMEDIA FUTURA (*1955), studierte Bildende Kunst in Hannover und Braunschweig und eignete sich das Rüstzeug für die Theaterarbeit in Kursen und Workshops an. Er erhielt seine Ausbildung u.a. bei Erika Kazubko (Schauspiel), Doris Seiden (Performance, USA) und Manja Chmiél (Tanz). Seit dem Studienabschluß (1980) widmet er sich ausschließlich dem Theater. Unter seiner Regie entstanden mehr als 50 Theaterstücke (s.a. www.commedia-futura.de). Mit dem 2007 gestarteten Projekt Gören&Rabauken widmet sich W.A. Piontek auch der Nachwuchsarbeit.

COMMEDIA FUTURA wurde 1982 von einer Gruppe bildenden Künstler, Schauspieler und Tänzer um Wolfgang A. Piontek gegeründet. 1987 Einzug in die EISFABRIK und Ausbau des Schwarzen Saales (Eröffnung am 3.3.1988); seither kontinuierlich als produzierende Gruppe (multimediale Inszenierungen an der Grenze zu Tanz und Performance) wie auch als Veranstalter und Betreiber des Theaters in der EISFABRIK tätig.

Hintergrund
Den Hintergrund für das Projekt bilden einerseits persönlich Begegnungen und die eigene künstlerische Tätigkeit der Beteiligten und andrerseits die Sonderentwicklung, die Butoh in Deutschland bzw. Europa genommen hat.

Bereits 1990 gab es mit dem Butoh Ghendai Arts Project das erste Butoh-Festival im noch jungen Theater in der EISFABRIK, betrieben von Wolfgang A. Piontek und seiner Gruppe COMMEDIA FUTURA. Yumiko Yoshioka besuchte das Festival als Besucherin und kam ein Jahr später als Tänzerin des Ensembles Tatoeba – Téatre danse grotesque für ein erstes Gastspiel zusammen mit Minoako Seki zurück. Weitere sollten folgen, der Kontakt blieb erhalten und Minako Seki gastierte in jüngster Zeit noch mehrfach in der EISFABRIK.

„Irgendwann nach mehr als 2 Jahrzehnten und aufgrund meiner Liebe zum besonderen Ausdruck dieser Butoh-Tänzerinnen kam mir die Idee, ich müßte ein Stück mit den beiden machen, die beiden wieder künstlerisch zusammenbringen“, so Wolfgang A. Piontek. So entstand die Idee zu einem Stück über die Geschichte zweier japanischer Künstlerinnen in Deutschland, die mittlerweile durch die ganze Welt touren, auftreten und lehren – ein Stück, das sehr persönliche Erfahrungen aufarbeitet und darin doch auch die Geschichte des Butoh in Europa spiegelt, von einer sehr japanischen, von Männern dominierten Angelegenheit zu eigenen freieren Formen, bei denen auch Frauen tonangebend waren, die neben dem expressiv-existentiellen Bühnentanz auch eigene therapeutische Ansätze entwickelten.

Butoh
Butoh – genauer gesagt ankoku butô oder „Tanz der Finsternis“ – ist eine theatrale Tanzform, die kurz nach dem Zweiten Weltkrieg in Japan entstand. Die drei Gründer – Tatsumi Hijikata, Kazuo Ohno und Akira Kasai – suchten jeweils für sich nach einer neuen zeitgenössischen Ausdrucksform, mit der sie auf existentielle Erfahrungen des Krieges, aber auch auf die amerikanischen Besatzung und der neu entstehenden, modernen japanischen Gesellschaft reagieren konnten. Allen drein gemeinsam war, dass sie zuvor schon in Berührung mit dem deutschen Ausdruckstanz gekommen waren. Die deutsche Tanzströmung ermutige sie nach einer eigenen individuellen Form zu suchen, die auch den fremden, verfremdeten, entfremdeten Körper Raum gab und nicht davor scheute, sich eklektisch und ketzerisch bei traditionellen Formen wie dem No, Kabuki, aber auch Schamanenpraktiken und am Absurden und Grotesken zu bedienen, um den eigenen Gefühlen, Erleben und existentieller Ängste Ausdruck zu verleihen – ähnlich wie auch Valeska Gert oder Mary Wigman viele Jahre zuvor in Deutschland.

Indem KünstlerInnen wie Minako Seki und Yumiko Yoshioka den Butoh nach Europa brachten, hat sich dieser stark gewandelt, hat sich von der männlichen Dominanz und Strenge befreit und vielfältige Formen und Ableger hervorgebracht. Arrivierte freie Performancegruppen wie She She pop, Showcase Beat le Mot oder die Puppentheatergruppe Das Helmi nutzen Butoh als Trainingsgrundlage für die Entwicklung neuer Arbeiten. Und Minako Seki und Yumiko Yoshioka wurzeln zwar in der Tradition des Butoh, haben aber mit ihren eigenen Arbeiten dazu beigetragen, ihn weiterzuentwickeln, um ihn schließlich hinter sich zu lassen und ihre ganz eigenen Formen des Tanzes zu schaffen, in die auch europäische Traditionen Eingang gefunden haben, vom Ausdruckstanz bis zum spanischen Flamenco. Geblieben ist die Auseinandersetzung mit existenziellen menschlichen Themen. Geblieben ist die Intensität und Expressivität und eine ungeheure physische Gegenwärtigkeit auf der Bühne.

 

THE ARTISTS
Minako Seki (born 1961 in Tomitsu, prefacture Nagasaki/Japan), Dancer, Choreographer, Teacher. Founder of the Minako Seki Company. Lives in Berlin, since 1986 when she came there to take part in the first European Butoh festival Rebellion of the Body. Her Teachers resp. masters where Tatsuro Tamura and Anzu Furukawa. They both focussed their work on men and their emotions on different levels. Minako Sekis first engagement as a dencers was at the Tokyo based Dance Love Mashine, founded by Tamura and Furukawa.
Minako Seki is specially interested in multidisciplinary projects. So she worked as a choreographer also for German theatre groups like Showcase Beat le Mot and She She Pop and collaborated with famous dancers and choreographers like Israel Galván and Sol Picó. Seki investigates the communication between the consciuos and the subconcious, the description of emotional states and the boundaries of reality and illusion. Her body work and teaching method is known as Seki Method.

Yumiko Yoshioka (born 1953 in Tokyo/Japan), choreographer, dancer and teacher, globetrotter with residence in Berlin. Startet dancing as a 20 year old student and became a member of the first all-female Butoh-company Ariadone, which became famous for their archaic style. In 1978 Yumiko Yoshioka was a dancer in the first Butoh show that took place outside of Japan Le Dernier Eden in Paris, together with Carlotta Ikeda and Ko Murobushi, who founded Ariadone. 1988 Yoshioka established together with Minako Seki and delta RA’i the first german-japanese Butoh group Tatoeba – Théâtre Danse Grotesque“ in Berlin. They toured Japan, Europe and North America from 1988 to 1994. 1995 Yoshioka formed the TEN PEN Chii art labor. She is the artistic director of the Butoh Related Art Festival eX...it at Bröllin castle (Mecklenburg-Wset Pomerania/Germany) and teaches Body Resonance, a special kind of training and dance based on Butoh and Organic Movement, within countless workshops all over the world.

Wolfgang A. Piontek (born 1955 in Lübeck/Germany), leading manager of COMMEDIA FUTURA, director and performer. Studied fine arts in Hannover and Braunschweig and was also trained as a dancer and actor. Founded COMEMDIA FUTURA as an off theatre company together with a group of dancers, actors and fine artist in 1982. Director of more than 50 mixed media theatre plays, often colaborating with choreographers.
1987 COMMEDIA FUTURA moved into the EISFABRIK a centre for theatre, dance, fine arts and photography in Hannover and is ever since not only creating pieces of their own but also inviting other theatre and dance companies for guest performances and organizing festivals.

BUTOH (ankoku butoô, dance of darkness)
is a theatrical kind of dance, which emerged shortly after World War II in Japan. The founders – Tatsumi Hijikata, Kazuo Ohne and Akira Kasai – where looking for a new contemporary expression of their experiences, i.e. the war and the development of a modern Japanese society, influenced by the american occupators. All three of them were influenced by the german Ausdruckstanz which encouraged them to find their own individual way of dancing focussing on the weird, alienated body without being afraid to eclectically and heretically borough from traditional styles like No and Kabuki and schamanistic practices, the absurd and grotesque in order to express their feelings, experiences and fears.
Bringing Butoh to Europe, dancers like Anzu Furukawa, Carlotta Ikeda, Minako Seki and Yumiko Yoshioka also changed what was originally a form of dance dominated by men. Freeing Butoh from its rigour they developed various styles. Seki and Yoshioka are well rooted in Butoh, but they transformed it and eventually left it behind to create their own way of dancing, including european traditions, too. They are still focussing on central questions of mankind. And their performances are still breathtaking by sheer intensity, expression and their physical presence on stage like Butoh always was.

 

 

 


 



 

 

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