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PREMIERE Movement Episodes  
02. bis 05.11.2017 Ein Projekt von laborgras
 
PERFORMANCE 19.00 am 05.11. um 18.00 im DOCK 11  

Movement Episodes

Movement Episodes

 

Vorstellungen im DOCK 11

Uraufführung: 02. November 2017, 19.00 Uhr

weitere Vorstellungen: 03.+04. November 2017, jeweils um 19 Uhr

sowie am 05. November 2017 um 18 Uhr

DOCK 11, Kastanienallee 79, 10435 Berlin

Ticketreservierungen: 030-35120312, ticket@dock11-berlin.de 

Tickets: 15.- Euro / 10.- Euro erm.

 

Drei Stücke, drei Choreografen, fünf Jahre:
Unter dem Titel „Movement Episodes“ bringt laborgras drei neue Kurzstücke auf die Bühne. „Movement Episodes“ vereint Arbeiten von Keith A. Thompson, David Hernandez und Renate Graziadei und wird am 2. November 2017 im Berliner DOCK 11 uraufgeführt. Das Stück bildet den Abschluss des mehrjährigen Zyklus „The Renaissance of...“

 

Drei Stücke

Die treibende Musik der Episode von Renate Graziadei lässt ahnen, welcher Vulkan an Emotionen dem Geschehen zugrunde liegt. Jemand öffnet kurzzeitig die Arme, ein anderer fällt darauf herein und wird stehen gelassen. Eine Konfrontation baut sich auf, zur Explosion kommt es jedoch nicht. Die Bedürfnisse sind ungleichzeitig, Bündnisse nur von kurzer Dauer. Die Tänzer agieren und reagieren und sind doch immer auf sich alleine gestellt. Die Situationen und Konstellationen, auf die sich die Tänzer einlassen, die Launen, denen sie nachgeben, erscheinen splitterhaft wie in einem zerbrochenen Spiegel, der zwar ein Bild ergibt, sich jedoch nie vollständig zusammensetzen lässt. Es gibt nicht die eine Handlung, nicht die eine Perspektive, sondern Teile und Teile von Teilen.

Keith A. Thompsons Episode wirkt zunächst leise und harmonisch, seine Herangehensweise ist vom Film geprägt. Vier Darsteller in vier unterschiedlichen Kostümen loten das dünne Eis des gegenseitigen Verständnisses, des Miteinanders aus. Ein Paar streicht minutenlang herum, läuft im Kreis, nur um sich letztlich doch nicht zu begegnen. Die - im wörtlichen Sinne - Zuneigung zweier weiterer Tänzer endet darin, dass einer schließlich in Schieflage gerät und sich lösen muss. Die leise Melancholie, die sich in das Stück einwebt, mag dadurch entstehen, dass Verbindungen zwischen den Tänzern entstehen. Verbindlichkeiten jedoch nicht. Die Sehnsucht nach Nähe, nach gelungener Kommunikation wird nur teilweise erfüllt: immer wieder entwindet sich einer der Protagonisten, wendet sich ab und verfolgt eine eigene Agenda. So endet das
Stück auch, wie es begann, die Anfangsszene kehrt am Ende wieder, wird nun jedoch in umgekehrter Reihenfolge durchlaufen und führt so zu ganz neuen Einsichten.

David Hernandez wiederum erforscht in seiner Episode die Kollision: was passiert, wenn unterschiedliche Erwartungen, gegensätzliche Haltungen und konträre Perspektiven aufeinandertreffen? Kommt es zur Explosion, zum Kompromiss oder ist Ausdrucksverzicht die Folge? Wer gibt klein bei, wer versucht, die Oberhand zu gewinnen? Hernandez geht es dabei aber nicht vorrangig um die physisch sichtbare Kollision, vielmehr stehen für ihn zwischenmenschliche Widersprüche und die Frage im Mittelpunkt, ob daraus ein Mit- oder ein Gegeneinander entsteht. „Kollision“ dient Hernandez als grundlegende Metapher für alles menschliche Handeln und das menschliche Dasein an sich, das mit der Kollision von Eizelle und Spermium beginnt.


Drei Choreografen

Was die drei Choreografen vereint, ist ihre Herangehensweise. Alle drei berufen sich auf eine Ökonomie der Bewegung: Nichts ist beliebig, jeder Schritt, jede Geste ist motiviert und zeitigt Folgen. Die drei „Movement Episodes“ lassen sich als drei unterschiedliche Erzählungen betrachten: alle drei Episoden fragen zwar nach den Bedingungen und Möglichkeiten zwischenmenschlichen Verständnisses, alle drei zeigen die Vorläufigkeit und Veränderlichkeit jeder Haltung, jeder Emotion und jedes kommunikativen Aktes auf – jedoch aus unterschiedlicher Perspektive, in der jeweiligen Handschrift der Choreografen. 

„Gemeinsame Sprache entsteht durch miteinander sprechen“, sagt Graziadei: „Kommunizieren bedeutet teilen.“ Im Tanz fällt jedoch das Sprechen weg und damit die Möglichkeit abzulenken, zu übergehen und zu verschleiern. Was bleibt, ist eine Form von Nacktheit, eine Verletzlichkeit, eine Unmittelbarkeit der Bedürfnisse. Wer auf der Bühne übergangen wird, der wird im Wortsinn umgangen; fällt jemand auf einen anderen herein, dann fällt dieser im physischen Sinne. Das im Alltag durch das Wort Verborgene wird im Tanz sichtbar. So unterschiedlich die Bewegungssprachen der drei Choreographen auch sind, gemeinsam ist ihnen die Überzeugung, dass uns das Unbewusste der Wirklichkeit im Tanz vor Augen geführt wird. Gemeinsam ist ihnen die handwerkliche Herangehensweise und das Bedürfnis, dem Zuschauer Tanz unmittelbar physisch erlebbar zu machen. 

laborgras ermöglicht den Zuschauern mit „Movement Episodes“ an einem Abend drei verschiedene Einblicke in die Vielfalt des zeitgenössischen Tanzes. Die Kurzstücke werden in derselben Besetzung getanzt und die einzelnen Stücke treten miteinander in einen Dialog. Dadurch kann das Publikum mitverfolgen, wie sich die Tänzer durch die jeweilige choreografische Handschrift verändern und kann die Vielschichtigkeit der unterschiedlichen Bewegungssprachen direkt erleben. laborgras zeigt, dass Tanz auch ohne jegliche Vorkenntnisse unmittelbar verständlich ist.

 

Gesamtkonzept: laborgras (Renate Graziadei & Arthur Stäldi)
Choreographie: David Hernandez, Keith A.Thompson, Renate Graziadei
Tanz: Mariagiulia Serantoni, Rosalind Masson, Colas Lucot, Côme Camelet, Renate Graziadei
Dramaturgie: Arthur Stäldi
Musik: Ólafur Arnalds, Cinematic Orchestra, David Lang, Alva Noto & Ryuichi Sakamoto, Glenn Branca, Guts Pie Earshot u.a.
Licht Design: Lutz Deppe
Sound Design: Andrea Parolin
Kostüm: Arianna Fantin
Assistenz Kostüm: Sandra Thiersch
Make up & Haare: Kati Heiman
Foto: Phil Dera
Presse- und Öffentlichkeitsarbeit: k3 berlin – Kontor für Kultur und Kommunikation
Produktionsleitung: Inge Zysk
Assistenz Produktion: Raquel Moreira

Made at Studio laborgras

Gefördert durch die “Senatsverwaltung für Kultur und Europa ” und aus Mitteln des Hauptstadtkulturfonds Berlin

Dank an den Medienpartner: taz
weitere Informationen: www.laborgras.com

Im Rahmen der Tanzkampagne „Watch Me Dance“.

 

  

 

 

Dank an den Medienpartner: taz
 



 

 

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