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PREMIERE Tropical Escape & Winter Journey  
21. bis 23.04.2017 zwei Performances von Csaba Molnr und Mrcio K. Canabarro
 
PERFORMANCE 19.00 Uhr im DOCK 11  

Tropical Escape & Winter Journey

Tropical Escape & Winter Journey

Vorstellungen im DOCK 11

21., 22. und 23. April 2017, jeweils um 19.00 Uhr

DOCK 11, Kastanienallee 79, 10435 Berlin

Ticketreservierungen: 030-35120312, ticket@dock11-berlin.de 

 

Tropical Escape
Csaba Molnár und Márcio K. Canabarro

21., 22. April 2017, jeweils um 19.00 Uhr



Das Stück ist die erste Zusammenarbeit zwischen Csaba Molnár und Márcio K. Canabarro. Es wurde 2016 in Ungarn mit dem Laban Preis für Choreographie als beste Performance der Spielzeit ausgezeichnet und kreist thematisch um die Politik der Fantasie, die Arbeit des Vergnügens, um das Exotische als Fetisch und die Ökonomie des Obszönen: Eskapismus als eine Form des Widerstands.

Die Politik der Fantasie: Die Performer untersuchen das Bewusstsein für kulturelle Tropen und die Semiotik unserer Fantasie sowie die Möglichkeit durch Bewegung / Tanz eine politische Demonstration dieser Referenzen darzustellen z.B. erste Überlegungen zu masturbatorischen Fantasien, ihrem Kontext und ihren Implikationen; Untersuchung dessen, was als "gut" und "angenehm" empfunden wird; Biopolitik.

Der Arbeit des Vergnügens entsteht aus dem Handwerk des Paradies-Erschaffens – aus der Fähigkeit überschwängliche, lebendige Bilder zu erschaffen. Es ist eine physische Arbeit, die an der Stimulation von Vergnügen wirkt, z.B. sexueller Verkehr, Stoffwechsel, hormonelle Befreiung, Verführung, Rhythmus, Drag-Queens; oder auch die wechselseitige Dynamik zwischen hart arbeiten und ein guter Mensch sein.

Das Exotische als Fetisch dreht sich um die Sexualisierung des Exotischen, der Rasse, des tropischen "Verhaltens", des Anderen. Die Anthropomorphisierung der Natur oder natürlicher Phänomene wie des Wetters in Äquivalenz zu Göttern, mythologischen Bildern und Lebenszyklen spielt eine Rolle, ebenso wie Geburt, Fruchtbarkeit, Reproduktion, Tod, Geschichtenerzählen, Reality-Shows, das Melodrama und das Erschaffen von Ikonen.

Die Ökonomie des Obszönen: Begierde wird zu Kapital – immaterielle, virtuelle Sinneserfahrungen zu wertvollen Gütern. Nicht öffentliches Material wird ausgetauscht; Pornographie, Prostitution, Promiskuität, Kabarett und andere Begebenheiten, die in einem privaten Kontext ohne Regulierung durch den Staat stattfinden. Die Kommerzialisierung und Konstruktion von Geschlecht und Gender sowie die Fiktion von der binären Sexualität stehen im Kontrast zu den sprechenden Körpern. Der Drogenmarkt, Utopien und verbotene "Bereiche" entwickeln sich.

Eskapismus als alternativer Widerstand: Aus dem Willen, die Normalität (weiß - heterosexuell - monogam - neoliberal und normativ) zu überstehen werden neue Erfahrungen generiert. Humor dient als Refugium und Mittel, um soziale und kulturelle Informationen zu verarbeiten und auf satirische Weise einen Dialog zu provozieren. 

Von und mit: Csaba Molnár, Márcio K. Canabarro

Fotos: Tom O´Doherty

Dank an: Artus Stúdió, SÍN Kulturális Központ, Új Előadóművészeti Alapítvány, Cuhorka Emese, Garai Julia, Mervel Miklós and Fülöp László

 

 


 

Winter Journey
Csaba Molnár und Márcio K. Canabarro


23. April 2017, jeweils um 19.00 Uhr


Der Wind küsst unsere Gesichter wie eine kalte Klinge, unsere Füße sind gesegnet mit einer Mischung aus Salz, Schnee und Matsch. Wir laufen die Straße entlang und bewundern all die Dinge, die auf dem Boden liegen und vom Wind immer wieder zum Fliegen gebracht werden : Plastik fliegt am höchsten. Ich sehe Teile seines Schals zittern, im gleichen Rhythmus wie es meine Knochen tun. Bei diesem Wetter verlieren Menschen ihre Gesichter.

Wir werden zu einer Masse aus Mänteln und Kapuzen, die herumirrt. Die Oberfläche des Bodens verrät alles, was sich auf ihm bewegt. Jeder einzelne Schritt, den wir machen, erzeugt das Geräusch von dicker, kochender Suppe. Manchmal schütteln sich die Münder, aber meistens erzeugen sie Dampf wie die Schornsteine alter Züge. Der Winter, der uns zu Lokomotiven macht, während wir laufen.

Csaba meint:  "Hey! Ich habe von einer Ausstellung gehört. Möchtest du mitkommen?"
"Naja, wir können es versuchen, aber meistens verwirrt mich bildende Kunst...", antworte ich.
Csaba unterbricht mich: "Das passiert mir auch manchmal. Es ist als sähe man mehrere Choreographien auf einmal.. weißt du was ich meine, all diese unterschiedlichen Stücke.."
Csaba fragt: "Was würdest du ganz allein in einer Gallerie machen?"
Ich: "Dürfte ich alles machen?"
Csaba: "Ja, nehmen wir mal an, du könntest alles machen.."
Ich: "Ich weiß nicht, es käme darauf an, was ich dort so finde."

Daraufhin laufen sie zur Gallerie ... und kommen nie mehr zurück.
 
In ihrer zweiten Zusammenarbeit suchen Molnar und Canabarro nach Wergen, die sinnliche Erfahrung der Zuschauer zu intensivieren und über das Feld Tanz hinauszuführen. Der Ausgangspaunkt ist ihr Wunsch, ein Stück für eine Gallerie zu kreieren, um das Publikum direkt in jenes Universum eintauchen zu lassen, das sie vor Ort erschaffen.
 
Mit: Csaba Molnár, Márcio K. Canabarro
Foto: András Juhász
Dank an: Tranzit.hu, SÍN Cultural Center und Imre Vass
T-Shirts: K E U P R /

 

 

 

 

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Tropical Escape
is the first collaboration between Csaba Molnár and Márcio K. Canabarro, in 2016 the piece was awarded The Laban Prize of choreography in Hungary as the best performance of the season. The piece has its head wrapped around politics of fantasy , the labour of pleasure, the exotic as fetish, the economy of the obscene. Escapism as form of resistance.

The politics of fantasy: the awareness of the cultural tropes and semiotics of our fantasies, the articulation of movement (dance) as a political manifestation of this references. E.g.: reflection on first masturbatory fantasies, context and implications, reflection on what is understood as 'good' or 'pleasant'. Biopolitics.

The labour of pleasure: connects with craft in creating paradises, exuberant, vivid imagery - the physical work involved on the stimulation of pleasure, e.g.: sexual intercourse, metabolism, hormonal liberation. Or the working hard / being good - reward dynamic. Seduction. Rhythm. Drag-queens.

The exotic as fetish: the sexualisation of the exotic, race, the tropical "behavior", the otherness, the anthropomorphism of nature, or natural phenomena, e.g: weather and its equivalence to gods and mythological imaginary and life cycles: birth, reproduction, fecundity, death. story telling. Reality-show, melodrama. Creation of icons.

The economy of the obscene: Relating desire with capital; non tangible, virtual, sensorial experiences and values as goods. The exchange of "non public" material. Pornography, prostitution, promiscuity, cabaret and other events that are established in the context of privacy, not regulated by the state. The commercialization and construction of sex and gender, the fiction of binary sexuality versus the concept of speaking bodies. The drug market. Development of utopias and forbidden / vulgar areas.

Escapism as alternative of resistance: configuring other experiences and the need to survive normality (white-streight-monogamic-neoliberal-normative) and humor as refuge and method of processing and satirising cultural/social information to generate dialogue and knowledge.

 

with: Csaba Molnár and Márcio K. Canabarro
photos: Tom O´Doherty

Thanks to: Artus Stúdió, SÍN Kulturális Központ, Új Előadóművészeti Alapítvány, Cuhorka Emese, Garai Julia, Mervel Miklós and Fülöp László

 

Winter Journey

The wind kissed our faces as a cold blade, our feet were being blessed with the melted mixture of salt, snow and mud. We were walking down the street, admiring all things that inhabits the floor which gets a chance to fly: plastic are the ones that fly the most high. I can see pieces of his scarf trembling, at the same rhythm than my bones do. This weather makes people lose their faces.
We become a mass of coats and hoods that navigate in the space. The surface of the floor denounces everything that moves, there is this noise of a boiling thick soup in each step we make, sometimes the mouth also shakes, but mostly it creates a vapor like the chimney of an old train. The winter turning us into a locomotive while we walk.

Csaba said: “Heyyyyy! I heard about an exhibition, wanna come with me?” 
“well, we can check, but usually visual arts confuse me…” I answer.
Csaba interrupts saying: “Does happen to me sometimes, because is like seeing different choreographies all at the same time, you know all the different pieces…”
Csaba asks: “what would you do if you could be on a gallery by yourself?”
I:“Could I do anything?”
Csaba:“yes, is a hypothesis… you can do anything”
I:“I don’t know, depend what would I found there…”

So than they walked to the Gallery… and never got back.

Winter Journey the second creation from Csaba Molnar and Marcio K. Canabarro is a performance that looks for ways of intensifying the sensorial experience of the viewer, reaching beyond the dance field. This time they depart by the wish to create a piece for a gallery space, having the chance to immerse the audience in the universe that is being created, once the viewer stands right where the actions happen.

With: Csaba Molnár, Márcio K. Canabarro
Photo: András Juhász
Thanks to: Tranzit.hu, SÍN Cultural Center und Imre Vass
T-Shirts: K E U P R /



 

 

VERANSTALTUNGEN


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TICKETRESERVIERUNGEN

ticket@dock11-berlin.de


oder telefonisch tägl 10-18 Uhr
unter 030-35120312

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DOCK 11 Theater

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POOL 17 - OPEN CALL 
INTERNATIONALES TanzFilmFestival BERLIN



Einmal jährlich präsentiert POOL Tanzfilmproduktionen aus aller Welt und ist Treffpunkt Kreativschaffender aus Tanz, Film sowie der Fashion- und Werbeszene. 
Einsendeschluss ist der 17. Juli 2017 // Open Call Deadline: 17th July 2017 
Organisation: DOCK 11 
Informationen unter 

www.pool-festival.deinfo@pool-festival.de

 

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Bewerbungen / Application
für Stücke/Performances im DOCK 11 Theater 
for performances at DOCK 11 theater

Bitte füllen Sie folgendes Formular dafür aus.
Please use the following form.


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Mehr Informationen zur tanzcard unter: www.tanzraumberlin.de

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