T A N Z
JELLYFISH AND EXUBERANT LOVE
G A S T S P I E L :
21.-24. September 2006
jeweils 20.30 Uhr"Vor 99 Tagen hat mich der Mann, den ich liebe, verlassen. Ort des Geschehens war mein Lieblingscafé.
Vor 100 Tagen hat mich der Mann, den ich liebe, verlassen. Er rief mich auf dem Handy an und wollte mit mir reden. Es war 17.51Uhr.
Vor 101 Tagen hat mich der Mann, den ich liebe, verlassen. Ich ging auf die Toilette, schloss mich ein, atmete tief durch und machte 27 Minuten lang T'ai Chi
Vor Tagen hat mich der Mann, den ich liebe, verlassen. Datum: 14.3.2005; Aktion: Trennung; Ort: Café; besonderes Kennzeichen: verschütteter Milchcafé; körperlicher Zustand: wechselnd; Titel des Werkes: JELLYFISH AND EXUBERANT LOVE."Das 2-teilige Tanzstück JELLYFISH AND EXUBERANT LOVE ist sowohl inhaltlich als auch formal von DOULEUR EXQUISE, einem Buch der französischen Künstlerin Sophie Calle inspiriert. Sophie Calle untersucht in diesem Buch wie in zahlreichen anderen Projekten das Verhältnis zwischen Privatsphäre und Öffentlichkeit sowie zwischen Realität und Fiktion. Am Anfang von Calles Buchs als auch am Anfang der Choreografie steht das Ende einer Liebesbeziehung. Doch bald wird daraus durch ständige Wiederholung ein subtiles und humorvolles Spiel, in dessen Zentrum der künstlerische Schaffensprozess rückt. Überlagerungen und Kontextverschiebungen provozieren die Fragen danach, was wir auf der Bühne für persönlich, was für den Ursprung choreographischen Schaffens, was für wahr und was wir für fiktiv halten.
# Konzept: Yvonne Hardt
# Tanz/Choreografie: Teil I - Yvonne Hardt, Teil II - Lea Martini, Yvonne Hardt
# Dramaturgie: Anna Wagner
# Tänzerisch/choreografische Beratung: Labor G.Ras
# Das Stück JELLYFISH AND EXUBERANT LOVE ist eine Produktion von Yvonne Hardt & BodyAttacksWord in Kooperation mit den Tanztagen 2006, gefördert durch den Fond Darstellende Künste e.V., mit freundlicher Unterstützung der Tanzfabrik Berlin.
Biographien
Yvonne Hardt (Jg. 1974) ist Tänzerin, Choreografin und Tanzwissenschaftlerin. Sie begann ihre Tanzausbildung 1993 am L'atelier de danse moderne de Montreal (Kanada) und tanzte u.a. in Montreal für Mary Ann Lacey, in New York für Karen Bernard. Nach ersten Soloprojekten wie Could not have it this morning (1996), gründete sie 1997 die Tanzkompanie BodyAttacksWord (BAW), für die sie zahlreiche abendfüllende Produktionen erarbeitet hat: Counting on Gertrude (1998), Amazon Obsessions (1999), Dress-Es (2002), Keep on Walking (2002), Luciously Pathetic (2003), Grenzwertig und andere Herzensangelegenheiten"(2005).
Yvonne Hardt studierte außerdem Theaterwissenschaft und Geschichte in Berlin und Montreal und promovierte anschließen am Graduiertenkolleg "Körper-Inszenierungen" der Freien Universität Berlin über die politischen Dimensionen des modernen Tanzes in der Weimarer Republik. (Erschienen als: Politische Körper: Ausdruckstanz, Choreographien des Protests und die Arbeiterkulturbewegung. Münster, Lit 2004). Neben ihrer tänzerischen und choreographischen Tätigkeit ist sie Mitarbeiterin am Institut für Theaterwissenschaft der Freien Universität Berlin. Sie ist arbeitet dort u.a. an der Entwicklung des Masterstudiengangs "Tanzwissenschaft" mit. In ihren jüngsten Projekten arbeitet sie verstärkt daran, ihre tanzwissenschaftliche und ihre choreografische Arbeit konstruktiv miteinander zu verbinden.Lea Martini (Jg. 1979) ist Tänzerin und Choreografin. Sie war Kunstturnerin, bevor sie ihre Tanzausbildung an der Schule für Darstellende Künste Die Etage e.V. in Berlin und am Center for New Dance Developement in Arnheim absolvierte. Seit Abschluss ihrer Ausbildung arbeitet sie als Tänzerin in Berlin, Amsterdam und San Francisco.
Jellyfish and Exuberant Love ist für Lea Martini die zweite Zusammenarbeit mit Yvonne Hardt & BodyAttacksWord, nachdem sie bereits an der Produktion Grenzwertig und andere Herzensangelegenheiten beteiligt war.
Zudem tanzte Lea Martini in Christof Winklers Stück Fatal Attraction sowie in seinem Duo Was ist Tanz. Sie wirkte an der Choreografie Touched, Symptoms of being human von Jess Curtis/ Gravity mit, das nach seiner Uraufführung am Yuerba Buena Center in San Francisco auch in Berlin gastierte. Neben ihrer Tätigkeit als Tänzerin, entwickelt Lea Martini regelmäßig eigene choreografische Projekte, so z.B. das Solo Identity sucks, das bei den Tanztagen 2005 gezeigt wurde. Seit September 2005 studiert Lea Martini erneut und zwar an der School for New Dance Development in Amsterdam.